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Musik : Solisten auf dem Kamel: Symphoniekonzert am Uluru

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Als erstes Orchester der Welt hat das Symphonie- Ensemble aus Darwin am Freitag vor der spektakulären Wüstenkulisse mitten in Australien Furore gemacht.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 14:01 Uhr

Die 1200 Zuhörer saßen unter freiem Himmel mit Blick auf den Uluru, das Sandsteinmassiv im roten Sand des Wüstenbodens, das früher «Ayers Rock» hieß. Am Himmel war keine Wolke zu sehen, wie erhofft strahlte die untergehende Sonne den Uluru an und tauchte das Massiv in tiefes Orange. Die Zuschauer saßen zwar auf Plastikstühlen, hatten aber zu Klängen aus Verdis Opern freie Sicht auf das Massiv.

Dirigent Matthew Wood bezeichnete den Auftritt vor dem Konzert in einem Rundfunkinterview als Ehre. «Am Uluru gibt es Musik und Kunst seit zehntausenden Jahren», sagte er dem Sender ABC mit Blick auf die Ureinwohner, die Aborigines, die dort leben. «Hier als erstes Symphonieorchester aufzutreten, ist ein Privileg.»

Das junge Orchester, das gerne mit ungewöhnlichen Auftritten von sich reden macht, hatte sich etwas einfallen lassen. «Die beiden Solisten sind gerade auf Kamelen gekommen! Das kann es nur am Uluru geben, brillant», twitterte eine Zuschauerin begeistert aus dem Konzert. Das Orchester spielte ein Programm zu Ehren von Giuseppe Verdi zu dessen 200. Geburtstag. Sopranistin Emma Matthews und Tenor James Eggleston sangen Stücke aus seinen bekanntesten Opern.

«Dort zu spielen ist seit 20 Jahren ein Traum gewesen», sagte Orchestermanager Guy Ross vor dem Konzert der Nachrichtenagentur dpa. «Die schönste Kulisse, die man sich vorstellen kann.» Die Faszination des Uluru liegt in der Geografie: In der tausende Quadratkilometer weiten Wüste ragt plötzlich der drei mal zwei Kilometer große und 348 Meter hohe Sandstein aus dem Boden. Fast eine halbe Million Touristen reisen für diesen Blick jedes Jahr an den entlegenen Ort, 450 Kilometer südwestlich der nächsten Stadt, Alice Springs, und mehr als 2000 Kilometer westlich von Sydney.

Der Uluru ist Weltnaturerbe und liegt mitten im Aborigine-Land. Er spielt in der Mythologie eine große Rolle. Demnach schufen die Urahnen ihn zu Anbeginn der Zeit. Aborigines deuten bestimmte Formationen in dem Sandstein als Zeugnis von mythischen Kämpfen und Ritualen.

Ganz in der Nähe des Massivs lebt der Aborigine-Stamm der Mutitjulu. Anfang der Woche hatte in ihrem Dorf noch kaum einer von dem Konzert gehört. «Das Ganze ist wohl mehr was für Touristen», meinte eine Mitarbeiterin der Gesundheitsstation. Eine elitäre Veranstaltung für Reiche sei es aber nicht, versicherte Orchestermanager Ross. Die Leute aus der Umgebung seien alle umsonst zur Generalprobe eingeladen worden.

Für Samstagabend stand ein weiteres Konzert auf dem Programm, diesmal mit australischen Kompositionen. Dann sollte auch das Didgeridoo, ein Instrument der Ureinwohner, der Aborigines, zu Ehren kommen.

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