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Musik : Rolf Deyhle: Das Musiktheater ist unsterblich

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Der ehemalige Musical-König Rolf Deyhle hält «Starlight Express» und andere Musicals auch in Zukunft für Publikumsmagnete. «Das Musiktheater ist unsterblich», sagte Deyhle der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2013 | 00:07 Uhr

Ende der 80er Jahre holte er das Musical nach Deutschland, steht der Branche heute aber nur noch beratend zu Seite. Am Donnerstag feiert er seinen 75. Geburtstag.

Frage: Ist das Musical in Deutschland tot?

Antwort: Von wegen. Das Musiktheater ist unsterblich. «Die Zauberflöte», «Starlight Express», «König der Löwen», «Mamma Mia» - jeden Tag werden diese und andere Stücke in Deutschland aufgeführt. Was soll denn daran tot sein?

Frage: Wann waren Sie zum letzten Mal im Musical?

Antwort: Vor zwei Wochen besuchte ich mit Freunden «Mamma Mia» in Stuttgart und im Juni sah ich in Bochum «Starlight Express», das seit über 25 Jahren ununterbrochen ausverkauft ist und bereits von mehr als 14 Millionen Menschen besucht wurde. Das ist Weltrekord.

Frage: Wie bewerten Sie die Entwicklung der Musical-Standorte?

Antwort: Mich freut die Entwicklung der Musicalbranche in Deutschland. Als ich in den 90er Jahren mit dem Aufbau der Musiktheater begonnen habe, gab es bei uns noch keinen Musicalmarkt. Mit Berlin, Hamburg, Stuttgart und im Ruhrgebiet mit Essen und Bochum haben wir damals den Grundstein dafür gelegt. Seitdem gibt es Busreisen in diese Städte, die ganz gezielt auch mit ihren Musicals werben. Dieser von uns entwickelte Städtetourismus ist auch heute noch ein ständiger Motor für diese Standorte.

Frage: Und in Ihrer Heimat Stuttgart?

Antwort: Die Städte identifizieren sich ja mit ihren Musicaltheatern und werben damit um Touristen. Einzig in Stuttgart haben es offenbar die Verantwortlichen nicht kapiert. Hier müsste längst ein drittes Theater gebaut werden wie zum Beispiel in Hamburg.

Frage: Was könnte besser laufen?

Antwort: Die Branche ist absolut erfolgreich. Deutschland ist hier sogar der Weltmarktführer. Hier werden die höchsten Lizenzeinnahmen weltweit generiert - und nicht etwa am Broadway in New York oder in London.

Frage: Wo sind die Stars - wie einst Angelika Milster?

Antwort: Die Musik und die Inhalte sind wichtig. Wegen eines Stars kommt da nicht unbedingt jemand. Ab und zu wird auch ein Star entwickelt, aber darum geht es beim Musical überhaupt nicht. Die Menschen genießen die Inszenierungen und die tolle Atmosphäre der Stücke.

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