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Kunst : Pianist Fazil Say in zweiter Instanz verurteilt

vom

Istanbul (dpa) - Der türkische Starpianist Fazil Say (43) ist mit seinem Einspruch gegen eine Bewährungsstrafe wegen Beleidigung des Islam vor einem Istanbuler Berufungsgericht gescheitert.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 16:27 Uhr

Das Gericht setzte am Freitag die zehnmonatige Haftstrafe wegen kontroverser Twitter-Nachrichten für zwei Jahre zur Bewährung aus, wie türkische Medien berichteten. Say kündigte an, auch gegen dieses Urteil vorzugehen und bis zum Schluss für einen Freispruch zu kämpfen.

Say war im April von einem Gericht in Istanbul zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte habe sich mit im Internet verbreiteten Kommentaren der Verletzung religiöser Werte schuldig gemacht, hieß es in dem Urteil.

Der international renommierte Künstler hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter mehrere kritische sowie spöttisch formulierte Äußerungen verbreitet, die islamische Frömmelei und Scheinheiligkeit auf die Schippe nahmen. Die juristischen Vorwürfe hatte er aber mehrfach zurückgewiesen.

Die Vizevorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Sevim Dagdelen (Linke), kritisierte die jüngste Gerichtsentscheidung. «Die Botschaft des heutigen Urteils ist klar: Jeder der sich der Errichtung eines islamistischen Unterdrückungsstaats in der Türkei entgegenstellt, wird politisch verfolgt», teilte sie mit.

Say hatte sich bei den regierungskritischen Protesten in der Türkei solidarisch mit den Demonstranten gezeigt. Er gehört zu den Stars der internationalen Musikszene und zu den bekanntesten Künstlern der Türkei. Als Solist und mit führenden Orchestern der Welt gelang ihm eine steile Karriere.

Von der kommenden Woche an tritt Say in Deutschland und Österreich auf. Zum Auftakt spielt er am Freitag in Frankfurt/Main.

Homepage Fazil Say

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Twitter-Account Fazil Say

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