zur Navigation springen

Musik : Penderecki dirigiert in Kiel eigene Sinfonie

vom

Kiel (dpa) – Kompositionen, die im normalen Konzertbetrieb kaum zu finanzieren sind, beschert das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) von Zeit zu Zeit.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 09:34 Uhr

Am Sonntagabend dirigierte Polens bekanntester Komponist Krzysztof Penderecki – er wird im November 80 Jahre alt – in Kiel seine achte Sinfonie. Das Publikum folgte dem bei uns kaum bekannten Werk mit Spannung.

Die Sinfonie entpuppte sich als gewaltiger Liederzyklus. 15 Gedichte deutscher Autoren – Goethe, Rilke, Hesse, Brecht, Eichendorff und andere – hat Penderecki auf Aussagen zu Tod und Sterben abgeklopft. «Lieder der Vergänglichkeit» nennt der Komponist sein Werk im Untertitel. Auf dem Podium saß die auf etwa 100 Musiker aufgestockte NDR Radiophilharmonie.

Allein sieben Mann waren an den Schlagwerken beschäftigt. Von der Empore sangen der Philharmonische Chor Breslau und der Chor der Bamberger Symphoniker. An der Rampe standen mit Michaela Kaune (Sopran), Lucia Duchonova (Mezzosopran) und Sergei Leiferkus (Bariton) international erfahrene Gesangssolisten. Die Sängerinnen brillierten, der aus St. Petersburg stammende Bariton tat sich schwer mit den deutschen Texten.

Penderecki lotete die Stimmungen von Trauer bis Trotz aus, mal mit vollem Chor, dann wieder abwechselnd mit Solostimmen. Wie zum Jüngsten Gericht tönte zum Schluss ein Solo der Posaune von der Höhe des Ranges. Achim von Arnim hatte die Textvorlage zum Gerichtsfinale geliefert. Auch sehr bekannte Texte, wie Joseph von Eichendorffs «O Täler weit, o Höhen», erklangen auf nie gehörte Art. Das Publikum spendete zum Schluss starken Beifall. Vorweg hatte Penderecki die vierte Sinfonie Ludwig van Beethovens dirigiert.

SHMF

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen