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Theater : Neuer Semperoper-Intendant setzt auf Kooperationen

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Die Dresdner Semperoper soll als Theater international wieder präsenter werden. Das plant ihr künftiger Intendant Serge Dorny. Das Haus ist derzeit vor allem als Gebäude und Domizil der Sächsischen Staatskapelle berühmt.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 17:51 Uhr

Internationale Kooperationen, Regisseure und Dirigenten sollen der Semperoper helfen, auch als Bühne mehr in den Blick zu rücken. Koproduktionen mit dem Sydney Opera House und der New Yorker Met seien schon verabredet, kündigte der Belgier Dorny am Donnerstag in Dresden an. Der 51-Jährige übernimmt sein Amt im Herbst 2014.

Zudem sollen Produktionen der Semperoper als «Botschafter» ins Ausland gehen. Dorny will auch renommierte Dirigenten, die die Staatskapelle in Konzerten leiten, für Opernaufführungen gewinnen. «Die Kapelle zu dirigieren, ist ein Privileg, dazu gehört auch eine Verpflichtung», sagte der künftige Intendant.

Dorny tritt die Nachfolge von Ulrike Hessler an, die im Sommer 2012 einem Krebsleiden erlag. Seitdem wird das weltberühmte Haus kommissarisch geführt. Dorny, bislang Intendant der Opéra National de Lyon, hatte Mitte September einen Fünfjahresvertrag unterschrieben.

Der Belgier, der neun Jahre Generaldirektor des London Philharmonic Orchestra war, kommt mit der Spielzeit 2014/2015 an die Elbe. Mit seinen Erfahrungen will er Theater, Musik und Ballett gleichrangig entwickeln, gemeinsam mit Chefdirigent Christian Thielemann und Ballettdirektor Aaron S. Watkin.

Dorny erläuterte einige Ideen, blieb aber bei Namen und Stücken mit einer Ausnahme unkonkret. Für die erste, bereits fertige Saison initiiere er eine Ballettproduktion. «2015/2016 werden dann alle Neuproduktionen meine Handschrift haben.» Der Belgier will die Tradition wiederbeleben und in die Zukunft weiterschreiben sowie neue Traditionen entwickeln. «Ich möchte Brücken schlagen zwischen den Sparten, um für jede Bewegung und Qualität zu erreichen.»

Mit entsprechender Auswahl von Regisseuren und internationalen Koproduktionen soll das derzeit vor allem dank seines Orchesters bekannte Haus künftig international wieder stärker als Theater wahrgenommen werden. Potenzial dafür sieht Dorny auch beim jeweiligen «Hauskomponisten» der Staatskapelle auf Zeit. So wäre eine Oper von Wolfgang Rihm, dem aktuellen Capell-Compositeur, interessant.

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