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Theater : Grönemeyer-Hits als Bühnenstück: Uraufführung in Bochum

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Die Wirtin singt «Halt mich», die Kneipenband rockt «Mambo» und «Männer», das Publikum gibt das entscheidende Stichwort bei «Currywurst». Nur einer fehlt: Herbert Grönemeyer, dessen Lieder Dreh- und Angelpunkt in Lutz Hübners Singspiel «Bochum» sind, das am Sonntag uraufgeführt wurde.

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erstellt am 07.Okt.2013 | 13:07 Uhr

Doch das ist fast vergessen, wenn das Schauspielhaus Bochum den wohl bekanntesten Kopf der Stadt und die Heimat mit einem musikalischen Bühnenstück in der Regie von Barbara Hauck feiert. Die Band um den musikalischen Leiter Torsten Kindermann tut mit kreativen Interpretationen der Grönemeyer-Songs ihr Übriges.

Herbert, wie sie ihn hier oft ganz vertraulich nennen, ist in Bochum aufgewachsen, machte auf dieser Bühne erste musikalische und schauspielerische Erfahrungen. Mehr als dreißig Jahre später ist er einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands.

Vor allem aber hat er der Stadt mit «Bochum» eine unvergessene Hymne geschenkt: Dramaturg und Autor Hübner hat das Potenzial dieses trotzigen Bochum-Patriotismus' erkannt und aus den Zutaten Eckkneipen-Romantik, selbstironischem Ruhrpotthumor und Grönemeyer-Hits einen unterhaltsamen Theaterschwank mit viel guter Live-Musik gemacht.

In «Bochum» nehmen vier Freunde Abschied von ihrer Stammkneipe. Weil sie abgerissen werden soll, stoßen die Endvierziger mit Wirtin Lotte an. Schnaps für Schnaps treten Sandra, Ralf, Roger und Peter eine mal sentimentale, mal überschwänglich fröhliche Reise in die Vergangenheit an.

Die großen Umbrüche, die Bochum als Stadt schultern musste und muss - Zechensterben und Stahlkrise, die Schließung des Nokia-Werkes, das baldige Ende der Opel-Produktion - bleiben Fußnoten. «Bochum» setzt nicht auf die politische Pose, sondern fühlt sich wohl im Privaten. Auch die Premierengäste mögen das Wohlfühl-Theater. Sie klatschen, wippen, fiebern mit.

Aus dem Programmheft

Spielplan Schauspielhaus Bochum

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