Malente : Teilerfolg der Vermieter gegen Kurtaxe

Proteste von Vermietern und Dorfvorständen hatten Erfolg: Die Anfang Oktober in Malente auf den Weg gebrachte Ausdehnung der Kurabgabe liegt zumindest ein Jahr auf Eis. Dafür gilt die Fremdenverkehrsabgabe künftig in der gesamten Gemeinde.

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06. November 2009, 10:49 Uhr

Bad Malente-Gremsmühlen | Überraschend ließ Ausschussvorsitzender Rainer Geerdts (CDU) das Thema Kurabgabe am vergangenen Mittwoch noch einmal auf die Tagesordnung des Tourismusausschusses setzen: "Wir wollen demonstrieren, dass wir bereit sind, noch einmal darüber zu diskutieren", erklärte Geerdts, der sich gemeinsam mit CDU-Fraktionschef Wolfgang Kienle bereits bei einer Zusammenkunft mit dem selbst betroffenen Dehoga-Chef Fred Hildebrandt einer "Großversammlung" von Vermietern gegenübersah.
In zahlreichen Wortmeldungen machten die Betroffenen im Tourismusausschuss abermals ihrem Unmut Luft. Eines der Argumente: Manche Gäste hätten in dem Glauben, dass sie keine Kurabgabe zahlen müssten, bereits für 2010 gebucht. Es war schließlich Achim Vollert (CDU), der den Antrag stellte, die Erhöhung der Kurabgabe auszusetzen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben
Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Bis Frühjahr nächsten Jahres solle eine Entscheidung fallen, ob die Kurabgabe 2011 auch in den heilklimatischen Kurorten Krummsee und Timmdorf erhoben werde, bekräftigte Bürgermeister Michael Koch. Immerhin bedeutet der Verzicht nach Berechnung von Kurdirektor Georg Kurz bei rund 300 Betten einen jährlichen Einnahmeverlust von rund 40.000 Euro für die Kurverwaltung. Deren für 2010 erwartetes Defizit steigt damit auf mehr als 744.000 Euro.
Nicht verzichten mochte der Tourismus aus schuss daher auf die Ausdehnung der Fremdenverkehrsabgabe auf alle Dorfschaften (bisher nur Timmdorf und Krummsee). Zahlen müssen künftig alle Betriebe der Gemeinde, die direkt oder indirekt vom Tourismus profitieren. Das soll zusätzliche Einnahmen von 14 000 Euro bringen.
Gescheitert ist unterdessen ein Vorstoß mehrerer Hoteliers, die von der Gemeinde eine Provision für das Eintreiben der Kurabgabe bei ihren Gästen gefordert hatten. "Ich sehe keine Veranlassung, die 10.000 Euro dafür auszugeben", bekräftige Hans-Joachim Roth (FDP) seine vor einigen Wochen geäußerte Ablehnung. Das sahen die anderen Mitglieder des Ausschusses genauso.

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