Trypanophobie : Tausende Deutsche betroffen: So gelingt die Impfung trotz Spritzenphobie

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Boostern gegen die vierte Welle - im Kampf gegen die expoldierenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie wird die sogenannte Booster-Impfung als Auffrischung des Impdschutzes empfohlen. Die Booster-Impfung wird nicht mehr nur für ältere Bürger empfohlen. Spätestens sechs Monate nach der letzten Impfung ist eine Corona-Auffrischungsimpfung sinnvoll. Münster Deutschland Copyright: xx

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18. Januar 2022, 20:29 Uhr

Die Covid-Schutzimpfung ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen im Kampf gegen das Virus. Für manche Menschen ist dieser Schritt allerdings nicht so einfach. Eine Spritzenphobie kann Betroffene daran hindern, sich impfen zu lassen. Auch, wenn sie es eigentlich möchten. Aber es gibt Auswege aus der Angst.

Menschen, die unter Trypanophobie leiden, haben starke Angst vor Spritzen und Nadeln. Dies erschwert nicht nur die Corona-Impfung, sondern beeinflusst den Alltag von Betroffenen auch beim Blutabnehmen oder bei anderen regulären Impfungen. Die Spritzenphobie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. „Wir gehen davon aus, dass sie bei etwa drei Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens auftritt”, sagte Angstforscherin Angelika Erhardt vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München der „Zeit”. Was Betroffene gegen die Angst vor feinen Nadeln tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Medizinischer Ansatz

Eine eher kurzfristige Lösung kann vom Arzt oder in den Impfzentren selbst vorgenommen werden. Hierbei betäubt das medizinische Personal die vorgesehene Einstichstelle etwa mithilfe spezieller Cremes oder Pflaster. Diese Methode kann helfen, da Betroffene der Spritzenphobie den Einstichschmerz oft deutlich stärker spüren, da die Angst ihn steigert.

Die Symptome der Angst reichen bis zur Ohnmacht, vor der sich viele Patienten zusätzlich fürchten. Teilen Sie dem medizinischen Fachpersonal am besten direkt offen Ihre Angst mit, sodass die Mitarbeiter entsprechende Schritte einleiten können. So legen sich die meisten Spritzenphobiker bei einer Impfung zum Beispiel lieber hin, falls ein Ohnmachtsanfall eintreten sollte.

Auf Gedankenreise gehen

Manchen Menschen mit einer Spritzenphobie hilft vor allem eines: Ablenkung. Nehmen Sie sich, wenn möglich, eine vertraute Person mit zum Impftermin. Mit dieser können Sie dann sprechen oder Anekdoten austauschen, die Sie von Ihrer Angst ablenken können. Oft hilft auch das Hören eines Podcasts oder das Schauen einer Serie auf dem Smartphone, sodass Sie den Piks gar nicht wahrnehmen. Meistens ist das medizinische Fachpersonal auch für die Behandlung von Angstpatienten geschult und die Ärzte oder Mitarbeiter im Impfzentrum plaudern mit Ihnen, bis die Impfung erfolgt ist.

Video: Hilfe für Spritzenphobiker

Therapeutischer Ansatz

Sollte alles nichts helfen und die Spritzenphobie in blanke Panik ausarten, bietet sich eine therapeutische Herangehensweise an. Denn teilweise äußert sich die Phobie auch in Form von körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Übelkeit oder Atemnot. Kommt es zu einer Panikattacke, können die Mediziner zwar versuchen, den Patienten zu beruhigen, dieser bricht dann jedoch häufig den Impfversuch ab.

Um das Problem bei der Wurzel zu packen und die Phobie nicht nur kurzfristig zu überwinden, können Betroffene sich für eine Psychotherapie entscheiden. Meist wird hier eine Verhaltenstherapie durchgeführt, bei der Betroffene Schritt für Schritt mit ihren Ängsten konfrontiert werden und lernen, sie zu überwinden. In vielen Praxen können Sie unverbindliche Beratungsgespräche vereinbaren, um sich über mögliche Vorgehensweisen zur Therapierung zu informieren.

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