Flensburg : Taucher untersuchen mittelalterliche Seesperre

Das Unterwasserfoto zeigt Überreste einer mittelalterlichen Seesperre im Hafen von Flensburg. Foto: Thomas Raake, dpa
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Das Unterwasserfoto zeigt Überreste einer mittelalterlichen Seesperre im Hafen von Flensburg. Foto: Thomas Raake, dpa

Jahrzehntelang war sie vergessen - dann entdeckte ein Sporttaucher eine Seesperre aus dem Mittelalter in der Flensburger Förde. Jetzt werden Teile davon geborgen.

shz.de von
01. September 2011, 09:35 Uhr

Sie ist einzigartig an den Küsten von Schleswig-Holstein - jetzt wird die vor vier Jahren wiederentdeckte Seesperre im Flensburger Hafen vom Archäologischen Landesamt mit Hilfe von Tauchern untersucht. Seit Montag sind vier Forschungstaucher der Universität Kiel und zwei Sporttaucher aus Flensburg im Einsatz, sagte der wissenschaftliche Leiter Martin Segschneider am Mittwoch in Flensburg. Die Pfähle stammten aus der Zeit um 1150 und seien damit etwa hundert Jahre älter als die bislang ältesten Funde in Flensburg. "Wir wissen archäologisch nichts über das ganz alte Flensburg."
Die Seesperre funktionierte wie ein Schutzwall aus Pfählen unter der Wasseroberfläche, der angreifende Schiffe von der Küste fernhalten sollte. Sie sei wohl unter dem dänischen König Waldemar I. als Verteidigung gegen Wenden-Angriffe errichtet worden, sagte Segschneider. Durch die Funde ergäben sich "für die Stadt- und die Landesgeschichte ganz wesentliche neue Einblicke".
Bergung bis Donnerstag
Die Existenz der vor allem aus Buchenholz gefertigten Seesperre war seit den 1920er Jahren bekannt, geriet aber in Vergessenheit. Der Flensburger Fotograf und Sporttaucher Thomas Raake fand 2007 Überreste der Pfähle. Jetzt seien Zeit und Geld vorhanden, um die Pfähle zu vermessen, sagte Segschneider. Am Donnerstag sollen die Taucher mit der Bergung einiger Pfähle fertig sein.
Die Überreste der in knapp zehn Metern Tiefe liegenden Pfähle sollen anschließend konserviert werden. Dieser Prozess dauert etwa drei Jahre. Danach werden die Funde möglicherweise im Flensburger Schifffahrtsmuseum ausgestellt. Für die Untersuchungen dränge nun aber die Zeit, da die Pfähle von der Schiffsbohrmuschel zersetzt zu werden drohen.

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