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Krimi aus Dresden mit Jella Haase : „Tatort“: Freches Debüt für Sachsen-Trio

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie es sich für den Bernhard-Brink- und „Randfichten“-Haussender MDR gehört, wird zuerst im Schlagermilieu gemordet.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2016 | 12:41 Uhr

Große deutsche Schauspieler bekommen keinen „Oscar“, sie bekommen eine „Tatort“-Rolle. Was Wunder also, dass nicht letzten Sonntag in Hollywood, sondern erst heute Abend die Stunde für einen Mimen-Krösus schlägt, der viel zu oft nur in Nebenrollen für Furore sorgt (zuletzt mit schmierigen Wahlkampfparolen in „Die Stadt und die Macht“): Martin Brambach. Als Kommissariatsleiter Michael Schnabel darf er nun im sächsischen Dresden, Brambachs Heimatstadt, den Kolleginnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) Beine machen.

Allerdings auf Hochdeutsch. Denn wie schon im selig verblichenen „Tatort“ aus Leipzig, wird auch im Mörderbiotop Dresden kaum gesächselt. Was offenbar eine Zumutung für den Rest der Nation wäre. Aber gemordet wird hier allemal. Und wie es sich für den Bernhard-Brink- und „Randfichten“-Haussender MDR gehört, zuerst im Schlagermilieu.

Mitten im schönen Dresdner Zwinger, bei den Proben zu einer abendlichen Show, wird Volksmusik-Star Toni Derlinger erschlagen aufgefunden. Ein Schock für die Fans und ein harter Brocken für Sieland und Gorniak. Denn es fällt ihnen schwer, in dieser Glitzer-Welt aus Schein und Sein ein Mordmotiv zu finden. Hatte ein enttäuschter Fan zugeschlagen oder ging es mal wieder nur ums schnöde Geld? „Guggen wer mol!“

Immerhin: Für diesen ersten Dresdner „Tatort“ hat der MDR keinen Geringeren als „Stromberg“-Papa Ralf Husmann als Autor angeheuert. Um den nötigen Witz, bei allem Ernst, müssen wir uns also nicht sorgen. Und unter der Regie von Richard Huber machen Höfels, Hanczewski und Brambach auch tatsächlich eine prima Figur. Schon, weil ihre Rollen jede Menge Konfliktpotenzial mitbringen und wir auf spannend-skurrile Fortsetzungen hoffen dürfen.

Na also! Schön, dass Dresden auch noch andere Schlagzeilen fabrizieren kann – im Schatten von „Pegida“. Als neue „Tatort“-Metropole mit einem bizarren Kripo-Trio sieht dieses „Elb-Florenz“ jedenfalls vielversprechend aus.

„Tatort – Auf einen Schlag“, 20.15 Uhr, ARD.

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