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Konflikte : Syrien-Experte: Krieg mit USA und Israel wäre Assads Ende

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Der israelische Syrien-Experte Eyal Zisser sieht im Falle eines US-Angriffs auf Syrien nur wenig Grund zur Sorge für Israel. Der syrische Präsident Baschar al-Assad habe kein Interesse daran, eine weitere Front zu eröffnen.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 14:49 Uhr

Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass Syrien Israel nach einem US-Militärschlag angreift?

Antwort: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Das Letzte, was Assad jetzt braucht, während er sich mit den Rebellen einen Kampf auf Leben und Tod liefert, ist ein Krieg mit Israel. Der US-Angriff wird begrenzt sein. Es ist in Assads Interesse, der Attacke standzuhalten und dann weiter gegen die Rebellen zu kämpfen. Ein Krieg mit den USA und Israel wäre sein Ende.

Frage: Sollte Assad mit dem Rücken zur Wand stehen, könnte es dann doch zum Angriff auf Israel kommen?

Antwort: Das ist möglich, wir wissen nicht, was er dann tun wird. Er könnte auch aus dem Land fliehen. Seine (militärischen) Fähigkeiten sind auf jeden Fall begrenzt. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber ich kann nicht sagen, dass es unmöglich wäre.

Frage: Wie sehen sie in diesem Zusammenhang die Rolle von Assads Verbündetem, der libanesischen Hisbollah-Miliz?

Antwort: Auch die Hisbollah hat überhaupt kein Interesse, in einen Krieg verwickelt zu werden. Sie kämpft schon an der Seite Assads. Wie könnte sie es im Libanon rechtfertigen, ihr eigenes Land in einen neuen regionalen Krieg hereingezogen zu haben?

Frage: In Israel fühlen sich gegenwärtig viele Menschen an die Lage vor dem Golfkrieg von 1991 erinnert.

Antwort: Die Lage war damals anders. (Der damalige irakische Machthaber Saddam) Hussein hat Israel angegriffen, als die israelische Verteidigungsfähigkeiten noch sehr begrenzt waren. Er wollte Israel in den Krieg hineinziehen, um die internationale Koalition (gegen den Irak) zu brechen. Bei Assad ist es so, dass die arabischen Staaten und Völker schon gegen ihn sind. Ein Angriff auf Israel würde ihm nichts nützen. Ich sehe für ihn keinen Grund, einen regionalen Krieg zu riskieren, er hätte davon keinen Gewinn.

Frage: Wie ist das militärische Gleichgewicht zwischen Israel und Syrien?

Antwort: Assad hat noch Raketen, nicht so viele, weil er schon zahlreiche gegen sein eigenes Volk eingesetzt hat. Aber man kann nicht versprechen, dass er sie nicht einsetzen wird. Israel kann diese Raketen abfangen, aber es gibt keine hundertprozentige Abwehrfähigkeit, die eine oder andere Rakete kann immer durchrutschen.

Frage: Sie rechnen damit, dass Israel weiter auf die Politik der Nichteinmischung in Syrien setzt?

Antwort: Ja, Israel hat kein Interesse, sich einzumischen. Seine Arbeit wird doch schon von anderen erledigt.

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