Hindenburgdamm : Sylt: Lastwagen vom Autozug geweht

Völlig zertrümmert: Das Führerhaus des Lastwagens, der vom Autozug geweht worden ist. Foto: shz.de
1 von 4
Völlig zertrümmert: Das Führerhaus des Lastwagens, der vom Autozug geweht worden ist. Foto: shz.de

Drama auf dem Hindenburgdamm: Beim Sturz eines Lkw vom Autozug "SyltShuttle" ist ein 32 Jahre alter Mann ums Leben gekommen.

shz.de von
04. September 2009, 09:41 Uhr

Eine heftige Windböe ist Donnerstag Nachmittag einem Lkw-Fahrer auf dem Weg nach Sylt zum Verhängnis geworden. Der 32-Jährige wurde auf dem Hindenburgdamm samt seinem Gespann von einem Flachwagen des Autozuges geweht. Nach Angaben der Bundespolizei wurde der Mann bei dem Sturz aus dem Fahrerhaus und ins Wasser geschleudert. Der 32-Jährige erlag seinen schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle. Beim Versuch, Erste Hilfe zu leisten, zog sich der Zugchef des "SyltShuttle" eine Unterkühlung zu.
Zur Unglücksursache konnten weder die Bahn noch die Bundespolizei nähere Angaben machen. Experten haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei verwies aber darauf, dass während des Unfalls stürmisches Wetter mit acht bis neun Windstärken geherrscht habe. Eine Witterung, bei der in der Regel nur leere Lastwagen auf dem Autozug mit Gurten zusätzlich gesichert werden. Das mit relativ leichtem Baumaterial beladene Gespann war es offenbar nicht. Der Lkw-Fahrer sollte im Auftrag einer Kieler Firma Dämmstoffe (Styropor) auf Sylter Baustellen bringen.
"So etwas kam bislang noch nie vor: Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Flensburg. Für die 35 Minuten dauernde Überfahrt von Niebüll nach Westerland stand der mit Dämmstoffen beladene Lastwagen samt Anhänger auf einem speziellen Flachwagen. Auf Eisenbahn-Waggons dieses Typs können Fahrzeuge bis 21,80 Meter Länge und 50 Tonnen Gewicht befördert werden.
Hubschrauber suchten nach einer weiteren Person
Zeitweilig wurde nach einer weiteren Person im Wasser gesucht, weil Augenzeugen behaupteten, es hätten zwei Menschen im Führerhaus gesessen. Es wurde ein Seaking-Hubschrauber der Bundeswehr sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei für die Suche eingesetzt, es wurde jedoch niemand gefunden. Die Spedition hatte bestätigt, dass sich lediglich der Fahrer in dem Lkw befand.
Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn erhebt Michael Meyer, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Klanxbüll, die fast eine halbe Stunde bis zum Einsatzort brauchte: Mit Schrittgeschwindigkeit habe man den Rettungsweg auf dem Hindenburgdamm nur befahren können, weil er nicht geteert sei. "Was wäre gewesen, wenn der Weg schneller befahrbar gewesen wäre?", fragt sich Meyer. Schon lange gebe es diese Forderung der Rettungskräfte an die Bahn.
Bahnstrecke fast drei Stunden gesperrt
Vor Ort waren Einsatzkräfte der Bundespolizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Waggon und den Lkw.
Die Bahnstrecke musste für die Dauer der Einsatzmaßnahmen von 15.30 Uhr bis 18.15 Uhr gesperrt werden. Bislang war auch die Bergung des Lastwagens nicht möglich. Dafür sei es noch zu stürmisch, sagte ein Bahnsprecher. In der Nacht zum Freitag wurden leere Lastwagen und Anhänger wegen des Sturms nicht per Autozug über den Hindenburgdamm befördert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen