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Pretoria : Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela ist tot

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Südafrika trauert: Nelson Mandela ist nach langer Krankheit gestorben. Präsident Zuma nannte seinen Vorgänger und Gründer des demokratischen Südafrikas den „größten Sohn der Nation“.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 22:51 Uhr

Südafrika trauert: Nelson Mandela ist nach langer Krankheit am Donnerstagabend gegen 20.50 Uhr Ortszeit (19.50 Uhr MEZ) gestorben. Der Begründer des demokratischen Südafrikas sei friedlich im Kreise seiner Familie dahingeschieden. „Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren. Unser Volk hat einen Vater verloren“, sagte Präsident Jacob Zuma mit bedrückter Stimme in einer landesweit übertragenen Fernsehsondersendung. Dies sei ein Moment „tiefster Trauer“ für alle Südafrikaner. „Nelson Mandela brachte uns zusammen und zusammen nehmen wir Abschied von ihm.“ Vor dem Haus des Friedensnobelpreisträgers im Johannesburger Vorort Houghton versammelten sich noch in der Nacht zum Freitag mehr als 100 Menschen, um Lieder zu singen und zu tanzen. Einige brachten ihre Kinder mit.

Mandela zählte über Jahrzehnte zu den weltweit angesehensten Menschen. Auf allen Kontinenten erinnerten Politiker an sein Wirken voller Mut und Kraft zur Versöhnung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete ihn als Vorbild. „Nelson Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben“, sagte Merkel.

US-Präsident Barack Obama sagte, die Welt habe einen der einflussreichsten und mutigsten Menschen verloren. Großbritanniens Premierminister David Cameron nannte Mandela einen „Held unserer Zeit“. Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, Mandela habe „Geschichte geschrieben für Südafrika und für die Welt“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete Mandela als „Giganten für die Gerechtigkeit“. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ehrte den Verstorbenen in New York mit einer Schweigeminute.

Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem hatte Mandela 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas. Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland.

Im Sommer war Mandela wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in der südafrikanischen Hauptstadt behandelt worden. Seine letzten Wochen hatte der Friedensnobelpreisträger im Kreis seiner Familie verbracht.

Die Führer der Freiheitsbewegung und heutigen Regierungspartei ANC würdigten Mandela als „Inbegriff von Demut, Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden und der Hoffnung von Millionen, hier und im Ausland“. Der ANC rief die Südafrikaner auf, nicht zu verzweifeln. „Er lebt in jedem von Euch und in Euren Häusern weiter, weil er sein Leben an uns alle gegeben hat.“ 

Südafrikas Fernseh- und Radiosender sendeten ab Donnerstagabend nur noch Trauermusik. Zuma rief eine Staatstrauer aus. Die Fahnen des Landes würden bis zum Tag der Beerdigung Mandelas auf halbmast gehisst. „Lasst uns zu seiner Vision stehen, die eine Gesellschaft war, in der niemand ausgebeutet und unterdrückt wird.“ Zuma pries die Vision Mandelas von einem einigen, nicht-rassistischen, nicht-sexistischen, demokratischen und blühenden Südafrika.

Lange Monate hieß es offiziell, Mandela befinde sich „in stabilem, aber kritischem Zustand“. Die Ex-Frau Mandelas, Winnie Madikizela-Mandela, hatte vor drei Wochen berichtet, der 95-Jährige könne inzwischen nicht mehr sprechen. „Er kommuniziert über sein Gesicht“, sagte sie. Mandela sei „auch auf dem Sterbebett“ noch inspirierend, hatte seine älteste Tochter am Dienstag im Fernsehsender SABC betont. „Ich glaube, er erteilt uns immer noch Lehren. Lehren in Geduld, Lehren in Liebe, Lehren in Toleranz“, sagte Makaziwe Mandela.

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