Gewitterfront : Sturmböen wirbeln durch Schleswig-Holstein

In Havetoft wurde ein Auto unter einer Weide begraben. Foto: Sörensen
In Havetoft wurde ein Auto unter einer Weide begraben. Foto: Sörensen

Eine 150 Jahre alte Weide stürzt auf ein parkendes Auto, Kitesurfer geraten in Lebensgefahr, ein Kreuzfahrtschiff reißt sich los: Sturmböen fegten durch Schleswig-Holstein.

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17. Juni 2013, 10:50 Uhr

Eine Gewitterfront mit Sturmböen hat den Feuerwehren in Schleswig-Holstein am Sonnabendnachmittag zahlreiche Einsätze eingebracht. In der kleinen Ortschaft Havetoft im Kreis Schleswig-Flensburg ließen orkanartige Böen eine 150 Jahre alte Weide auf einem landwirtschaftlichen Anwesen wie ein Streichholz umkippen. Der Baum begrub ein Auto unter sich - an dem Seat entstand Totalschaden. Verletzt wurde niemand. Ein ältere Bewohnerin sagte, dass eine orkanartige Böe eine Schneise der Verwüstung gezogen habe. Am Nachmittag waren Feuerwehren aus Havetoft und Hoptrup mit der Bergung des rund 25 Meter hohen Baumes beschäfigt, die Eckernförder Landstrasse war in diesem Bereich voraussichtlich bis in den Abend gesperrt. Der Baum musste mit schwerem Gerät geborgen werden, Mitglieder der Wehren wollen den Baum in Einzelteile zerlegen.

"Auch in den Kreisen Nordfriesland und im Süden des Kreises Schleswig-Flensburg hatten Feuerwehren und Rettungsdienste alle Hände voll zu tun", sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Harrislee. Aus der Nordsee vor St. Peter-Ording auf Eiderstedt mussten zwei Kitesurfer von der Feuerwehr gerettet werden. Beide waren von dem heranziehenden Unwetter überrascht worden. Ein Kitesurfer zog sich leichte Verletzungen zu.
Die Kieler Regionalleitstelle Mitte registrierte rund zwei Dutzend wetterbedingte Einsätze. Am Kieler Ostseekai riss sich nach Angaben eines Sprechers das rund 290 Meter lange Kreuzfahrtschiff MSC "Poesia" vom Kai los und trieb auf die Förde. Mehrere Leinen am Vorschiff seien auf einmal gerissen, berichtete der Sprecher. Das Schiff konnte aber aus eigener Kraft wieder anlegen und neu vertäut werden. Auf dem Lanker See im Kreis Plön kenterte ein Segelboot. Die vierköpfige Besatzung wurde von einem anderen Boot aufgenommen und an Land gebracht.
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In den Kreisen Dithmarschen, Steinburg, Segeberg und Pinneberg zählte die Regionalleitstelle in Elmshorn rund 100 wetterbedingte Einsätze. Zumeist handelte es sich um umgestürzte Bäume, berichtete ein Sprecher der Leitstelle. So seien Bäume auch auf die Bundesstraße 4 bei Quickborn im Kreis Pinneberg und die B430 bei Schmalensee im Kreis Segeberg gestürzt und mussten geräumt werden. In Norderstedt fiel eine Ampel auf ein Auto. Menschen kamen nach ersten Erkenntnissen bei dem Unwetter nicht zu Schaden.

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