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DGB-Studie : Studie: Viele Minijobber im Norden sind gut ausgebildet

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Der DGB-Nord stellt in einer Studie fest, dass im Norden viele Minijobber gut qualifiziert sind. Die Gewerkschaft fordert mehr Umwandlung in sozialversicherungspflichtige Stellen.

Berlin | Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat festgestellt, dass in Deutschland 5 Millionen Menschen ausschließlich in Minijobs beschäftigt sind. Von diesen 5 Millionen sind 3,1 Millionen im klassischen Erwerbsalter zwischen 25 und 64 Jahren. Insgesamt arbeiten fast 7,5 Millionen Menschen in geringfügigen Beschäftigungen.

Die Studie belegt, dass es sich bei den vielen hauptberuflichen Minijobbern nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, um ungelernte Kräfte oder Menschen ohne Berufsausbildung handelt. 51 Prozent verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung, einige sogar über einen Studienabschluss. Nur 13 Prozent der geringfügig Beschäftigten haben keine Ausbildung abgeschlossen, von 36 Prozent ist die Qualifikation unbekannt.

Minijobber spielen bisher in der Diskussion, um den Fachkräftemangel keine Rolle, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse können sie oftmals in ihrer geringfügigen Beschäftigung nicht adäquat einsetzen. Viele befinden sich in einer beruflichen Sackgasse, obwohl sie gerne mehr arbeiten würden.

Als weitere Nachteile des Minijobs nennt der DGB die Vorenthaltung arbeitsrechtlicher Ansprüche, niedrige Löhne, kaum Weiterbildung und mangelnde Chancen auf reguläre sozialversicherte Beschäftigung. Die Gewerkschaft bemängelt außerdem, dass die Bunderegierung so wenig Initiative zeigt. Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, dass die Übergänge aus Minijobs in reguläre, sozialversicherte Beschäftigungen erleichtert werden soll, viel getan hat sich allerdings nicht. Der DGB fordert nun abermals die Umwandlung von geringfügigen in reguläre Beschäftigungen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Minijobber. Außerdem soll es in Betrieben konsequent gleiche Arbeitsbedingungen geben. Die vielleicht interessanteste Forderung ist die nach einer gesetzlichen Neuregelung der Minijobs: Es soll der vollen Sozialversicherungsschutz ab dem ersten Euro gelten und Korrekturen im Steuerrecht geben.

Der DGB meldet allerdings auch eine positive Entwicklung: Im August 2015 haben mit insgesamt 7,4 Millionen Menschen 127.800 weniger als im Vorjahr in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen gearbeitet. Gleichzeitig ist die Anzahl der sozialversichertern Beschäftigungen gestiegen, und die Arbeitslosenquote ist ebenfalls zurück gegangen. Lediglich die Anzahl der Menschen mit Minijobs als Nebenjob ist gestiegen.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 17:11 Uhr

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