KINA : Speisekammer und Müllschlucker fürs All

Das Computerbild zeigt die Fähre 'Jules Verne' während des Anflugs zum Andocken an die Internationale Raumstation. Foto: dpa
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Das Computerbild zeigt die Fähre "Jules Verne" während des Anflugs zum Andocken an die Internationale Raumstation. Foto: dpa

Ein europäischer Versorgungs-Transporter fliegt mit frischem Wasser, Luft, Nahrung und Treibstoff zur Raumstation ISS. Wie du dir ein solches Versorgungsschiff (genannt ATV) basteln kannst, erfährst du hier.

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07. März 2008, 07:21 Uhr

Raumfahrer sind auch nur Menschen - also müssen sie auch atmen. Aber woher kommt eigentlich die Luft auf Weltraumreisen? Auf kurzen Flügen kann man sie einfach im Raumschiff mitnehmen. Für längere Aufenthalte, wie zum Beispiel den monatelangen Besuch auf der Internationalen Raumstation ISS, geht das nicht. Darum muss regelmäßig Frischluft von der Erde zur Raumstation gebracht werden.
Die nächste Ladung Luft für die Astronauten auf der ISS gibt es bald. Am Sonntag soll nämlich der europäische Raumtransporter "Jules Verne" starten. Dieses Versorgungsschiff ist ein so genanntes ATV. Das ist die Abkürzung für "Automatisches Transportfahrzeug" oder in Englisch "Automated Transfer Vehicle". Das ATV ist ein Raumschiff, das ohne Besatzung automatisch seinen Weg zur ISS findet. Dort dockt der Flieger an. Dann öffnet er seine Luke, damit die Astronauten auf der Raumstation die Fracht entladen können.
Bei der ersten Reise ist Millimeterarbeit gefragt
Dazu gehören auch ungefähr 100 Kilo Luft, die die Besatzung der Raumstation zum Atmen braucht. Das ATV liefert auch Wasser, technische Geräte, Treibstoff, Nahrung und Kleidung. Außerdem sind Briefe von den Familien der Astronauten an Bord. Es gibt was zu Lesen im All! Die Reise zur ISS soll diesmal mehrere Wochen dauern. Das Hochfliegen in eine Umlaufbahn der Erde geht zwar schnell. Aber anschließend muss der neue Flieger erst mal Manöver machen und üben. Es ist ja seine erste Reise! Dann kommt der aufregende Höhepunkt: das Andockmanöver an die Raumstation. Dabei ist Millimeterarbeit gefragt - ganz automatisch und ohne Hilfe von der Erde.
Sechs Monate soll "Jules Verne" bei der ISS bleiben. In dieser Zeit können die Astronauten alles ausladen. Im Gegenzug füllen sie den Transporter mit Müll von der Raumstation. Der ATV ist also Speisekammer und Müllschlucker in einem. Am Ende der Mission macht sich "Jules Verne" wieder auf den Weg zur Erde. Dort wird er allerdings nie ankommen. Denn beim Wiedereintritt in die Atmosphäre der Erde wird der Raumschlepper hoch über dem Ozean verglühen.
Möchtest du dir nun ein eigenes ATV basteln? Auf der Homepage der europäischen Raumfahrtbehörde ESA gibt es Beschreibungen dazu - und einen Bausatz zum Runterladen. Die Texte sind auf Englisch, aber gut bebildert. Den Link zu der Seite findest du unter "Mehr Infos im Web".

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