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Terror in Dänemark : So erlebten Augenzeugen den Anschlag von Kopenhagen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Mann feuerte auf das Kulturzentrum Krudttønden. Wie Mitarbeiter und Gäste berichten von den dramatischen Minuten.

Jesper Frimand Christensen bekommt die Attacke als erster mit. Er ist Barkeeper im Foyer des Kulturcafés „Krudttønden“. 15 Minuten ist die Diskussionsveranstaltung im Saal nebenan im Gang, da sieht Christensen einen vermeintlichen Nachzügler durch den Eingang kommen. „Gekleidet war der Mann ganz normal“, sagt der Barkeeper später gegenüber dem Fernsehsender TV2. „Urplötzlich zückte er ein Maschinengewehr und eröffnet das Feuer. Ein Kollege und ich schmissen uns auf den Boden. Wir hörten, wie über uns auf dem Tresen Flaschen zersplitterten. Einen kurzen Augenblick war es nach dem ersten Kugelhagel still – dann erwiderte die Polizei die Schüsse. Es wurde in einer Sprache gerufen, die ich nicht verstehe.“

Sieben Personenschützer hat die Polizei von vornherein in dem Foyer postiert, weil Podiums-Gast Lars Vilks, islamkritischer Karikaturist aus Schweden, ständig mit Morddrohungen lebt.

Der französische Botschafter in Dänemark, François Zimeray, twittert nach der Schießerei, dass er lebend in dem Raum sei.

Inna Shevchenko beschreibt auf Twitter, wie sie während ihrer Rede die Schüsse hört. Sie habe gerade gesagt, dass Meinungsfreiheit in Europa oft nur eine Illusion sei.

Helle Merete Brix sitzt drinnen im Saal neben Vilks, als im Vorraum etwa zwei Minuten lang die Schüsse fallen. Sie ist die Veranstalterin. Vilks’ Verhalten während des Durcheinanders beschreibt Brix als erstaunlich ruhig. Gemeinsam mit Vilks wird sie von Personenschützern im Kühlraum des Cafés in Sicherheit gebracht. „Wir lagen darin nebeneinander, hielten uns gegenseitig bei der Hand und haben uns schlechte Witze erzählt – was sonst soll man in so einer Situation machen?“, schildert Brix später vor laufenden Kameras.

Von den rund 50 Besuchern rennen einige nach draußen, sobald gefeuert wird, berichtet ein weiterer Augenzeuge, der Satireforscher Dennis Meyhoff Brink. „Ich selbst wagte das nicht, weil man hören konnte, dass auch auf der Straße Schüsse fielen.“ Palle Vedel, Hausmeister des Kulturzentrums, befindet sich während des Übergriffs in der Küche. „Durchs Fenster sah ich einen maskierten Täter fliehen, während er weiter auf die Polizisten feuerte.“ Aus der Küche ruft Vedel per Handy die 112 an und schreit: „Schickt alles her, was ihr habt!“

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erstellt am 14.Feb.2015 | 22:27 Uhr

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