Herceptin : Skrupelloses Geschäft mit falschen Krebs-Medikamenten

Das BKA ermittelt: Krebswirkstoffe wie Herceptin sind offenbar verdünnt aus Italien auf den deutschen Markt gekommen. In anderen Chargen wurde der teure Wirkstoff komplett ausgetauscht – gegen günstigere Antibiotika.

shz.de von
12. Juni 2014, 09:40 Uhr

Berlin | Illegal eingeführte Medikamente aus Italien rufen die Behörden auf Landes- und Bundesebene auf den Plan. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) handelt es sich unter anderem um den Krebswirkstoff Herceptin. Die Ermittlungen seien an eine nicht näher genannte Staatsanwaltschaft abgegeben worden, sagte die BKA-Sprecherin weiter. Weitere Details gab es vom BKA nicht.

Nach Angaben der „Stuttgarter Nachrichten“ haben Behörden bislang insgesamt sechs weit verbreitete Präparate zur Behandlung von Krebs und Rheuma von Krankenhäusern und Apothekern zurückgerufen. Es gebe Hinweise darauf, dass mehr als 60 Wirkstoffe betroffen sein könnten. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sei aus Italien bestätigt worden, dass weitere gestohlene Mittel in die Handelsketten eingeschleust worden seien. „Uns fehlen aber noch Chargennummern für den Rückruf“, wird eine Sprecherin zitiert.

Laut „Stuttgarter Nachrichten“ handelt es sich neben Herceptin auch um die Krebswirkstoffe Remicade und Alimta sowie um das Hormonpräparat Humatrope und die Krebsmittel Avastin und Mab Thera. Teilweise sei der teure Inhaltsstoff gegen handelsübliches Antibiotika ausgetauscht oder stark verdünnt worden.

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