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Shitstorm wegen SmartClub-Prämie : Shell: Treue-Aktion mit „Kindle“ geht nach hinten los

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Stärkung der Kundenbindung war das erklärte Ziel einer PR-Aktion von Shell. Der Konzern versprach allen Kunden, die in den Shell-Tankstellen 999 Treuepunkte sammeln, einen E-Reader von Amazon.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 10:12 Uhr

Hamburg | 999 Treuepunkte sammeln und dafür einen Kindle von Amazon bekommen. Klingt nach einer denkbar einfachen PR-Aktion, die eigentlich nur zum Selbstläufer werden kann, denn E-Book-Reader sind beliebt. Dachte sich auch Shell. Das Unternehmen rief zu der Treuepunkte-Aktion auf, bei der nicht nur das Tanken zählt, sondern auch die Einkäufe im Shell-Shop. Rund 10 Euro musste der findige Tankstellennutzer investieren, um den begehrten und auf eine fünfstellige Zahl limitierten Reader zu bekommen. Das Portal Mydealz rechnete sogar vor, wie man die 999 Punkte schnell zusammen bekommen kann. So bekam man vom 9.-22. April beim Kauf von zwei Mars, Twix, Snickers oder Bounty für 1,50 gleich 100 ClubSmart-Punkte dazu. Ein Ebook-Reader kostete dann etwa 10 Euro, bei einem Listenpreis von 129 Euro.

Die Aktion machte die Runde im Internet und viele Schnäppchenjäger tauschten sich via Facebook, Twitter und Mydealz aus, um Tipps zum Punktesammeln zu bekommen. Das Prämienprogramm Shell ClubSmart erlebte einen Sturm auf die Süßigkeiten, die viele Punkte brachten.

Die treuen Kunden sollten nun am Freitag über die Shell-Homepage den Lohn für ihre Mühen erhalten: Den Amazon Kindle. Zum Start der Einlösefrist aber brach, aufgrund des Ansturms, die Webseite binnen kurzer Zeit zusammen. 40 Mal mehr Aufrufe als üblich, zwang den Server in die Knie, teilte Shell später mit.

Für viel Freude bei Fachleuten und IT-Insidern wird auch der folgende Beitrag anlässlich der Server-Probleme gesorgt haben.

Wer einen der 10.000 Exemplare bekommen wollte versuchte teils wütend, teils frustriert den Kauf über den Shop abzuschließen. Viele konnten die Seite entweder nicht laden oder scheiterten beim Kaufabschluss, als die Seite spätestens dort streikte. Am Ende waren die E-Reader nach drei Stunden vergriffen – viele Punktesammler gingen leer aus.

Innerhalb kürzester Zeit machten daher viele Kunden ihrem Ärger Luft, die nun auf Schokoriegeln sitzen und keinen E-Reader bekommen hatten. Auf Facebook und Twitter entluden sich die bösen, hämischen und teils lustigen Kommentare, über die von Shell im Vorfeld gut gemeinte Aktion.

In einer Mitteilung an die Kunden entschuldigte sich Shell via Facebook für die Technikpanne.

In einem Facebook-Post wendet sich Shell an seine Kunden.
In einem Facebook-Post wendet sich Shell an seine Kunden. Foto: Screenshot / Shell
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