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Tsunami-Warnung : Schweres Erdbeben vor chilenischer Küste

vom

Ein Beben der Stärke 8,2 ist am Dienstagabend registriert worden. Für die südamerikanische Pazifikküste wurde eine Tsunamiwarnung aufgehoben. Bislang kamen sechs Menschen ums Leben.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:49 Uhr

Santiago de Chile | Vor der nordchilenischen Küste ist ein Erdbeben der Stärke 8,2 registriert worden. Das Epizentrum habe sich zwischen Arica und Iquique in 38,9 Kilometer Tiefe befunden, wie die chilenische Erdbebenwarte CSN am Dienstag mitteilte. Die Warte korrigierte erste Angaben einer Stärke von 7,9 in einer größeren Tiefe. Das Beben hat mindestens sechs Tote gefordert. Zwei der Opfer seien in der Ortschaft Alto Hospicio, in der Nähe von Iquique, ums Leben gekommen, berichtete das Nachrichtenportal Emol nach Angaben des lokalen Bürgermeisters.

Für die südamerikanische Pazifikküste wurde die Tsunami-Warnung, inzwischen aufgehoben, teilte Innenminister Rodrigo Peñailillo. Die Evakuierung der Küstenstreifen in nordchilenischen Städten wie Arica und Antofagasta habe in der ersten Stunde nach dem Beben problemlos stattgefunden, berichtete der Rundfunksender Cooperativa nach Angaben lokaler Behörden. Auch im Süden Perus fanden Evakuierungen statt. Wegen der Tsunami-Warnung wurde die Bevölkerung an der nordchilenischen Küste zuvor aufgefordert, sich in höher gelegenen Gebiete in Sicherheit zu bringen.

In Iquique brachen zwei Brände aus, wie der Rundfunksender Bio Bio berichtete. Die Landstrasse von Iquique nach Colchane, an der bolivianischen Grenze, sei beschädigt worden. Und in Arica sei Geröll von dem 130 Meter hohen Küstenhügel Morro de Arica gerutscht. In der Stadt kam es auch zu Stromunterbrechungen. In Iquique seien rund 300 Frauen aus dem lokalen Gefängnis geflüchtet, berichtete Emol nach Angaben des Innenministers Rodrigo Peñalillo.

Die Flughäfen von Arica und Iquique wurden geschlossen. Flüge, die von Santiago in die Städte im Norden bereits gestartet waren, kehrten zur chilenischen Hauptstadt zurück. In Antofagasta und Arica wurde der Schulunterricht für Mittwoch abgesagt. In Iquique gab es einige Plünderungsversuche, erklärte der Gouverneur Gonzalo Prieto. Die Staatschefin Michelle Bachelet verfolgte die Situation vom Regierungsgebäude in Santiago de Chile aus.

In der ersten Stunde nach dem Erdbeben wurden vier Nachbeben von einer Stärke ab 5,0 verzeichnet. Das Hauptbeben war bis in der fast 500 Kilometer entfernten bolivianischen Hauptstadt La Paz zu spüren, wie der lokale Fernsehsender Unitel nach Angaben der Erdbebenwarte Boliviens berichtete.

Am 27. Februar 2010 waren bei einem Erdbeben der Stärke 8,8 in Südchile mehr als 500 Menschen umgekommen. In Nordchile waren seit dem 19. Jahrhundert keine Erdbeben dieser Stärke verzeichnet worden. In den vergangenen Wochen hatte rund 400 schwächere Beben das Gebiet erschüttert 

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