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Tierpark Arche Warder : Schweinesex und kleine Ferkel

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Bei den Turopolje-Schweinen im Tierpark Arche Warder sind die Frühlingsgefühle ausgebrochen. Der Nachwuchs sollte dann in vier Monaten kommen.

Sommer im kroatischen Storchendorf Cigoc. Zwischen den uralten Holzhäusern führt ein schmaler Weg hinaus in die Hutweiden. Dort, über den Feuchtwiesen und Tümpeln, ist die Luft erfüllt vom Sirren der Mücken. Abertausende Unken läuten mit ihren Rufen den Abend ein. Auf seinem rostigen Fahrrad holpert der alte Stjepan in die endlose Ebene.
Als der Weg feuchter wird und schließlich im Hochwasser verschwindet, steigt der Schweinehirt ab. Er formt die Hände zum Trichter und ruft seine Tiere. Und da kommen sie schon: Wasser und Schlamm spritzen empor, als die Schweine mit flatternden Ohren durch Pfützen und Gräben stürmen. Grunzend und quiekend drängt sich die Horde schließlich um den Alten. Das bisschen Mais, das er mitgebracht hat, ist schnell aufgebraucht.
Widerstandsfähig und perfekt angepasst
Die Turopolje-Schweine, graubraun gefärbt, mit dunklen Tupfen auf dem störrisch gelockten Fell, sind perfekt an ihr amphibisches Schweineparadies angepasst. Sie schwimmen gerne, und nicht selten tauchen sie sogar nach Muscheln. Einst lebten die widerstandsfähigen Borstentiere überall entlang des oberen Saveflusses in Kroatien. Den Kriegswirren Anfang der 1990er Jahre wären sie fast zum Opfer gefallen. Doch dann erkannten Naturschützer die Bedeutung der urtümlichen Rasse für die Erhaltung der letzten großen Flussaue Europas. Im Naturpark Lonjsko Polje haben sich die gefährdeten Schweine inzwischen wieder vermehrt. Und wie einst ihre Vorfahren durchwühlen sie die feuchten Hutweiden und graben Mulden, in denen das Wasser sich staut.
Ein paar tausend Kilometer weiter nördlich, in den Gehegen des Tierparks Arche Warder, sind die Turopolje-Schweine in Hochzeitsstimmung. Aufgeregt bedrängt der Eber die Sau, und als sie endlich ihre Bereitschaft signalisiert, steigt er auf. Fast 10 Minuten dauert der Schweinesex, bevor der Macho, grunzend und mit Schaum vorm Maul, genug hat. Seine Arbeit ist getan. Vier Monate noch, dann gibt es Nachwuchs.
Nebenan, bei den ebenfalls vom Aussterben bedrohten Bunten Bentheimer Schweinen, sind die Ferkel bereits geboren. Der Tierpfleger hat den Trog gefüllt, und die Sau macht sich schmatzend über ihr Futter her. Als die Kleinen versuchen, von Mutters Ration zu naschen, schleudert die Alte sie mit wuchtigen Kopfhieben zur Seite. Dann eben anders. Und während Mutter vorne frisst, streiten sich die Ferkel weiter hinten um die prall gefüllten Zitzen. Jetzt kommt jeder zu seinem Recht - na also, geht doch.

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erstellt am 20.Mai.2009 | 05:58 Uhr

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