zur Navigation springen

Blutiger Walfang : Schutz der Grindwale: „Sea Shepherd“ beendet Operation auf den Färöern

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ stellt sich ohne Rücksicht auf Verhaftungen den Walfängern entgegen und dokumentiert das Geschehen. Nun sind die Schiffe zurück in Bremen.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 16:37 Uhr

Tórshavn/Bremen | Die Naturschutzorganisation „Sea Shepherd“ hat ihre weltweit beachtete Operation „Sleppid Grindini“ zum Schutz der auf den Färöer Inseln bejagten Grindwale beendet. Die Schiffe „Sam Simon“ und „Bob Barker“ haben laut einer Pressemitteilung der Walschützer inzwischen den Hafen von Bremen erreicht. Vor Ort hätten sich Unterstützer der Walschutz-Mannschaft versammelt, die die Aktionen der Rückkehrer während ihrer dreieinhalbmonatigen Mission aktiv verfolgt hätten.

„Obwohl 490 Grindwale auf den Färöern allein seit Juni dieses Jahres abgeschlachtet wurden, konnte dank der direkten Aktionen von Sea Shepherd das Leben von vielen hunderten Tieren gerettet werden. Schulen von Grindwalen, Weißseitendelfinen, Weißschnauzendelfinen, Großen Tümmlern und Rundkopfdelfinen konnten durch die Sea Shepherd-Schiffe von den tödlichen Stränden der Inselgruppe weggeführt und sicher zurück aufs Meer geleitet werden“, heißt es in der Mitteilung.

Seit den 1980er Jahren führt „Sea Shepherd“ den Widerstand gegen das Massenabschlachten von Grindwalen und anderen Delfinen auf den Färöern an. Die Färinger argumentieren, dass sie den Walfang nicht aus kommerziellen Gründen betreiben und der Walbestand nicht gefährdet sei. Nach aktuellen Zahlen liegt der Bestand im Nordatlantik bei rund 100.000 Tieren und ist demnach nicht gefährdet. Das Töten der Wale am Strand sei harmlos im Vergleich zum Leiden der Tiere in der Massentierhaltung. Ein Wal lebe sein Leben lang frei im Atlantik und sterbe dann binnen Sekunden.


Insgesamt 14 „Sea-Shepherd“-Freiwillige wurden laut Angaben der Organisation während der Kampagne verhaftet. Zehn von ihnen wurden anschließend außer Landes verwiesen. Färöische und dänische Behörden hätten insgesamt vier Kleinboote von Sea Shepherd beschlagnahmt, drei davon während des Verlaufs von Operation „Sleppid Grindini“, heißt es.

„Egal, ob vor Ort, auf See, in den Medien, vor Gericht oder in der Herzen und Köpfen der Menschen auf der ganzen Welt, Sea Shepherd wird auch weiterhin gegen die Abscheulichkeiten des Grindadráp kämpfen – für all die Grindwale, die noch frei im Meer schwimmen und unseren Schutz brauchen“, sagte Kapitän Alex Cornelissen.

Über 250 Grindwale wurden am 23. Juli in eine Bucht getrieben und dort mit Fanghaken und Tauen festgehalten und anschließend mit dem sogenannten Grindwal-Messer getötet. Für die Färinger ist es die kostenlose Nahrungsbeschaffung für die Familie und jahrhundertelange Tradition, die bis in die Wikingerzeit zurückgeht. Den Tieren wird das Rückenmark im Nacken und die Halsschlagader durchtrennt. Das Meer färbte sich rot.

Die von Sea Shepherd dokumentierten Geschehnisse und die verbreiteten Bilder sorgten für große Empörung weltweit – nicht nur unter Naturschützern. In vielen Ländern - so auch in Deutschland - gingen Menschen auf die Straße, um gegen die Waltötungen zu protestieren. Die unterstützenden Handlungen der dänischen Marine und Regierung sorgten für Unverständnis. Die Färöer-Inselgruppe im Nordatlantik ist ähnlich wie Grönland eine autonome Nation innerhalb des Königreichs Dänemark.

Obwohl die Organisation die Tötung der Meeressäuger in vielen Fällen nicht verhindern konnte, zeigt sie sich zufrieden mit dem Erreichten. Zweifellos sind die Färöer durch die öffentliche Empörung nicht nur moralisch sondern auch wirtschaftspolitisch unter Druck geraten. Die zwei großen deutschen Kreuzfahrtschiff-Unternehmen AIDA und Hapag-Lloyd hätten sich dazu entschlossen, ihre Reisen zu den Färöern aufgrund der Bluttaten einzustellen. Und die schottische Stadt Wick hätte ihre 20 Jahre lange Partnerschaft mit der färöischen Stadt Klaksvík aufgekündigt, bis die skrupellose Waljagd Geschichte sei. Außerdem hätte man dafür gesorgt, dass die dänische Regierung für ihre „Komplizenschaft“ bei den Gräueltaten verantwortlich gemacht würde. Dänemark sicherte das Töten mit Kriegsschiffen gegen die Tierschützer ab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen