Landesbericht : "Schul-TÜV" zeigt Stärken und Schwächen

Ergebnis des 'Schul-TÜV': An 42 Prozent aller Schulen im Land wird Eigenaktivität und Verantwortung der Schüler nur wenig gefördert. Foto: dpa
Ergebnis des "Schul-TÜV": An 42 Prozent aller Schulen im Land wird Eigenaktivität und Verantwortung der Schüler nur wenig gefördert. Foto: dpa

Die meisten Schüler, Lehrer und Eltern in Schleswig-Holstein sind mit ihren Schulen zufrieden. Das belegen die Ergebnisse des aktuellen "Schul-TÜV". Negativer Aspekt: An 42 Prozent aller Schulen im Land wird Eigenaktivität und Verantwortung der Schüler nur wenig gefördert.

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05. März 2008, 04:55 Uhr

Positiv: Fast jeder Schüler (95 Prozent) sieht sich von seinen Lehrern weitgehend unterstützt und gehe ohne Angst zur Schüle. Als eines der wichtigsten Signale wertete Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave den Rückgang bei den Sitzenbleibern. So sei die Zahl der Schüler, die eine Klassenstufe wiederholen, von 2003 bis 2006 kontinuierlich gesunken - an der Hauptschule beispielsweise von 5,1 auf 3,9 Prozent, am Gymnasium von 2,5 auf 1,8 Prozent.
Erdsiek-Rave zufolge ergab die externe Prüfung auch, dass bei 42 Prozent der Schulen Eigenaktivität und Verantwortung der Schüler eher nicht gefördert würden. So sei aufgefallen, dass 68 Prozent der Schulen die leistungsschwächeren Schüler förderten, aber nur 48 Prozent die leistungsstärkeren.
Der "Schul-TÜV" wurde im Jahr 2004 in Schleswig-Holstein eingeführt
Externe Fachleute besuchen zwei Tage lang eine Schule, beobachten den Unterricht, sprechen mit Beteiligten und beurteilten unter anderem statistische Daten. Diese Teams lieferten den Lehrern und Schulleitungen wichtige Hinweise für die weitere Arbeit, sagte die Ministerin. Außerdem werde mit den Ergebnissen die Transparenz für Eltern und Schulaufsicht größer.
Grundlage für den zweiten Landesbericht waren 308 Schulbesuche im Zeitraum von 2005 bis 2007. Am Ende wurden die Besuche sowie die Ergebnisse von rund 148 000 Fragebögen für Lehrer, Schüler und Eltern ausgewertet. Als bundesweit erstes Land hatte Schleswig-Holstein den "Schul-TÜV" im Jahr 2004 eingeführt.
Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Susanne Herold, plädierte dafür, den "Schul-TÜV" auszusetzen. "Die Umsetzung der anstehenden Schulreformen erfordert jetzt die ganze Kraft unseres Lehrpersonals", argumentierte Herold. Der FDP- Bildungspolitiker Ekkehard Klug schloss sich Herolds Forderung an: "Der Schul-TÜV entwickelt sich immer mehr zu einem bürokratischen Überprüfungsapparat, der Papierberge von begrenztem Nutzen hervorbringt". Die dafür eingesetzten Mittel sollten für kompetente Beratung und Unterstützung bereitgestellt werden, auf die die Schulen bei Bedarf zurückgreifen könnten.

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