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Colorado Springs : Schüsse in US-Abtreibungsklinik: Drei Tote und neun Verletzte

vom

Ist es ein radikaler Abtreibungsgegner oder gibt es ein ganz anderes Motiv? Ein Schütze verschanzt sich in Colorado im Gebäude einer Frauenklinik und verbreitet Angst und Schrecken.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2015 | 10:17 Uhr

Colorado Springs | Nach stundenlangem Nervenkrieg in einer US-Abtreibungsklinik hat sich ein dort verschanzter Mann der Polizei ergeben. Bei einem Feuergefecht mit Beamten und vorausgegangenen Schüssen des zunächst Unbekannten starben nach Polizeiangaben drei Menschen, darunter ein Polizist. Bei dem Getöteten handelt es sich um ein Mitglied der Campus-Polizei der Universität von Colorado, der seine Kollegen der Stadt unterstützte, wie die Hochschule bestätigte. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Die genauen Hintergründe blieben zunächst unklar.

Der Polizei waren am Mittag (Ortszeit) Schüsse gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände eines Einkaufszentrums, zu dem auch eine Einrichtung von Planned Parenthood gehört. Die Organisation bietet Frauen medizinische Betreuung an und führt auch Schwangerschaftsabbrüche durch. Aus diesem Grund waren deren Kliniken bereits mehrfach attackiert worden. Ob das Ziel des Mannes am Freitag die Planned-Parenthood-Einrichtung war, blieb nach Polizeiangaben zunächst unklar.

Polizeisprecherin Catherine Buckley teilte am frühen Abend mit, Beamte hätten den Schützen zur Aufgabe überredet. Der Mann wurde festgenommen. Weitere Angaben zu dem mutmaßlichen Täter wurden nicht bekannt.

The suspect from the #CentennialBl is in police custody. #ColoradoSpringsShooting via CSPDComCenter

Posted by Colorado Springs Police Department on  Freitag, 27. November 2015

 Anschließend durchsuchten Spezialisten die Klinik Zimmer für Zimmer - auf der Suche nach möglichen Sprengsätzen. Der Mann habe mehrere Gegenstände mit sich gebracht, und es sei nicht klar, worum es sich handele, sagte Buckley. Medienberichten zufolge wurde auch das mutmaßliche Auto des Mannes von Experten untersucht. Demnach könnte es einige Tage dauern, bis die Untersuchungen am Tatort abgeschlossen sind.

Der Sprecherin zufolge zufolge erreichte die Polizei der erste Alarmanruf von dem Klinik-Gebäude. Einige Menschen seien möglicherweise beschossen worden, als sie aus der Einrichtung über einen Parkplatz in Richtung einer Bank flohen. Der Täter sei mit einer „langen Waffe“ ausgestattet gewesen.

Zahlreiche nahe gelegene Läden wurden abgeriegelt, Personal und Kunden aufgerufen, sich möglichst in fensterlosen Räumen in Sicherheit zu bringen, wie der Sender CNN unter Berufung auf Augenzeugen berichtete. Viele von ihnen mussten in den Geschäften ausharren, bis der Schütze gefasst war.

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