Umfrage des Tages Debatte um Grundsicherung: Mehrheit findet, dass das Bürgergeld es zu hoch ist.

Von shz.de | 15.09.2022, 06:42 Uhr 10 Leserkommentare

Ab dem 1. Januar wird das alte Hartz-IV-System durch das Bürgergeld abgelöst. Gleichzeitig wird es zahlreiche Neuerungen geben. Nicht alle sind unumstritten. In unserer heutigen Umfrage wollen wir deshalb von Ihnen wissen, was Sie vom neuen Bürgergeld halten.

Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die Einführung des Bürgergelds in Deutschland gegeben. Es soll zum 1. Januar das heutige Hartz-IV-System ablösen. Die Regelsätze der Grundsicherung sollen dabei deutlich steigen. So sollen Alleinstehende 502 Euro im Monat erhalten und Jugendliche 420 Euro. Heute erhalten Alleinstehende 449 Euro.

Zudem sollen Arbeitssuchende in den Jobcentern künftig weniger Druck ausgesetzt sein. Abgeschafft werden soll das Prinzip, nach dem die Vermittlung in einen Job Vorrang hat. Stattdessen soll Weiterbildung gestärkt werden. Die Kosten für die Wohnung sollen in den ersten beiden Jahren künftig auf jeden Fall voll übernommen werden. Auch Ersparnisse bis zu 60.000 Euro soll man in dieser Zeit behalten dürfen. Im ersten halben Jahr sollen zudem keine Sanktionen verhängt werden können, wenn etwa ein Jobangebot abgelehnt wird.

Für das neue Bürgergeld gibt es viel Lob, aber auch Kritik. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) geplanten Sätze des geplanten Bürgergelds als zu niedrig kritisiert. Wir wollen daher heute von Ihnen wissen: Wie stehen Sie zu dem neuen Bürgergeld? Stimmen Sie auch ohne Abo ab.

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ.

Zwischenstand am Donnerstag, 15. September, um 16.10 Uhr: Insgesamt haben bisher 823 Leser bei der Umfrage abgestimmt. 65 Prozent sind der Meinung, dass das Bürgergeld zu hoch und die Sanktionen zu schwach seien. 17 Prozent sprechen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Jeweils 8 Prozent meinen, das Bürgergeld sei passend, bzw. finden, dass das Geld noch zu wenig sei. 2 Prozent interessieren sich nicht für das Thema.

10 Kommentare
Jan Bublitz
Schon bei HartzIV ist es schnell ein Rechenbeispiel, ob sich Arbeit noch lohnt. Zumindest wenn mehrere Kinder da sind und die Eltern keine Ausbildung oder einen Beruf im Niedriglohnbereich haben. Dazu zählen ja auch Ausbildungsberufe. Das einzig Positive ist der Anreiz, eine Ausbildung zu machen. Das kann mittelfristig helfen, die eine oder andere Fachkraft neu zu gewinnen. Wenn die allerdings na...