Umfrage des Tages Debatte um Kita-Pflichtjahr: Mehrheit hält Karin Priens Vorstoß für sinnvoll

Von shz.de | 26.10.2022, 05:30 Uhr | Update am 26.10.20221 Leserkommentar

Mit ihrem Vorstoß zum Kita-Pflichtjahr für Kinder mit Sprachförderungsbedarf hat Karin Prien in SH am Dienstag für Wirbel gesorgt. Verraten Sie uns heute, was Sie davon halten.

Für Kinder mit Sprachförderbedarf sollte nach Ansicht von Karin Prien mindestens das letzte Kita-Jahr verpflichtend sein. Mit diesem Vorstoß hat Schleswig-Holsteins Bildungsministerin am Dienstag zahlreiche Kollegen gegen sich aufgebracht. Darunter auch Sozialministerin Aminata Touré von den Grünen, die für die Kitas im Norden zuständig ist.

Vorschlag traf Aminata Touré völlig überraschend

Touré positionierte sich bereits am Dienstag deutlich: „Verpflichtende Kitabesuche sind bewusst nicht Teil der Koalitionsvereinbarung und damit auch nicht für diese Legislatur vorgesehen“, betonte sie. Wichtig seien systematische Schuleingangsuntersuchungen.

Prien hatte sich dafür ausgesprochen, spätestens mit viereinhalb Jahren den Sprachstand eines Kindes zu überprüfen. Auf diese Weise sollen bis zu seiner Einschulung nötige Fördermaßnahmen ergriffen werden können. Prien: „Wer dabei nicht gut abschneidet, muss zumindest das letzte Kita-Jahr absolvieren. Eine Verpflichtung ist für diese Kinder der richtige Weg, um die Bildungschancen zu verbessern.“

Kritik auch von der SPD und der FDP

Laut SPD sind die Kitas in Schleswig-Holstein aktuell aber gar nicht in der Lage, dies zu leisten. Und auch FDP-Fraktionschef Christopher Vogt fordert: „Anstatt Nebelkerzen zu werfen und mit ollen Kamellen ihre Kabinettskollegin Touré zu nerven, sollte Karin Prien schlichtweg ihre Hausaufgaben machen: Unsere Grundschulen müssen durch mehr Stunden pro Woche und besseren Unterricht gestärkt werden.“

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Zwischenstand um 16.00 Uhr: Knapp 400 Stimmen wurden bis zu diesem Zeitpunkt abgegeben. Eine Mehrheit von 34 Prozent hält ein Kitapflichtjahr für eine gute Idee. 31 Prozent finden den Vorschlag zwar sinnvoll, haben allerdings bedenken, da die Kitas schon jetzt überlastet sind. 18 Prozent sehen die Verantwortung vor allem im Elternhaus. Zwölf Prozent halten nichts von Priens Vorstoß. Vier Prozent der Teilnehmer sorgen sich, dass durch ein Pflichtjahr bestimmte Gruppen diskriminiert werden könnten. Und ein Prozent weiß nicht, was davon zu halten ist.

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ.

1 Kommentar
Horst Barth
Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass das letze Jahr vor der Einschulung ein Kindergartenjahr ist. Ich kenne das von mir selbst und von meinen Kindern nicht anders. Mich irritiert das jetzt etwas, dass es jetzt eines Gesetzes bedarf, für etwas was immer schon so war. Schlecht ist die Situation in den Kigas und Kitas jetzt schon mit der Aufnahme der Kinder die Anspruch haben. Da sollte erst...