Umfrage des Tages Über Privatgrundstücke zum Strand: Mehrheit ist in Deutschland dagegen

Von shz.de | 14.07.2022, 19:03 Uhr 1 Leserkommentar

Eingezäunte Privatgrundstücke oder Wege sind in Deutschland tabu für Spaziergänger oder Freizeitsportler – auch wenn sie etwa zu einem öffentlichen Strand führen. Das ist nicht überall so. Sollte sich die rechtliche Lage bei uns ändern?

Schleswig-Holstein hat als Land zwischen den Meeren hunderte Kilometer Küste und Strand zu bieten, dazu zahlreiche Badestellen und Spazierwege an Seen, Flüssen und Meerarmen. Viele dieser Gebiete sind über öffentliche Wege gut zugänglich. Doch zu bestimmten Abschnitten kommt man nur über private Wege oder Grundstücke. Sind diese klar eingezäunt oder durch eine Hecke abgetrennt, würde man Hausfriedensbruch begehen, sollte man dennoch das Gelände betreten.

Dass Touristen aber auch Einheimische sich an ein Betretungsverbot nicht immer halten, erleben nicht wenige Anwohner und Hausbesitzer in Schleswig-Holstein. Jüngstes Beispiel ist etwa der Fall der Familie Engel an der Schlei.

In anderen Ländern sind Privatgrundstücke nicht derart streng geschützt. In Dänemark etwa darf der öffentliche Zugang beispielsweise zu Stränden und Uferabschnitten nicht behindert werden. Insbesondere für Kurzaufenthalte. Dieser darf dann auch über privates Land erfolgen.

In Schweden, Norwegen oder Finnland geht man mit dem sogenannten Jedermannsrecht sogar noch weiter. Dieses beinhaltet allgemein gesprochen das Recht jedes Menschen, die Natur zu genießen und ihre Früchte zu nutzen, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen am jeweiligen Grund und Boden – vorausgesetzt der Natur und anderen Menschen entstehen kein Schaden, Störungen oder sonstige Nachteile. 

In unserer Umfrage des Tages wollen wir heute einmal nach der Stimmung im Land fragen: Braucht Deutschland auch ein Jedermannsrecht? Oder sollte zumindest der Durchgang über privaten Grund etwa zu öffentlichen Stränden immer erlaubt sein? Stimmen Sie auch ohne Abo ab.

Zwischenstand am Donnerstag, 14. Juli, um 19 Uhr: Bisher haben 503 Menschen an unserer Umfrage des Tages teilgenommen. Das bisherige Ergebnis ist deutlich: 61 Prozent stimmten dafür, dass Privates auch privat bleiben solle. 23 Prozent sind dafür, dass der Garten am Haus tabu bleiben muss. Neun Prozent fordern, dass der Durchgang generell möglich sein sollte. Sechs Prozent sprachen sich für ein Jedermannsrecht aus.

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ.

1 Kommentar
christian mau
Jäger betreten Privatgrundstücke auch ohne Erlaubnis.Warum? Weil es die Richterin Döring am Landgericht Flensburg gibt Mau 66ha, nie Mitglied der Jagdgenossenschaft,keine Jagdpacht. Verurteilt wegen Wegräumens eines nicht versicherten,nur angehängt zu betretenden Jagdanhängers in Sichtweite meines Badeteiches. Jagd aus PKW und angehängten unversicherten Jagdanhängern ist verboten.