Umfrage des Tages Mehrheit will Privathaushalte bei Gas-Notstand nicht zuerst einschränken

Von shz.de | 29.04.2022, 19:04 Uhr

Die Angst vor einem russischen Gas-Lieferstopp liegt weiter in der Luft. Bei möglichen Engpässen gilt laut Notfallplan in Deutschland aktuell der Schutz von Privathaushalten. Rationiert würde zuerst in der Wirtschaft. Halten Sie das für richtig?

Sollte es in Deutschland – etwa aufgrund eines russischen Lieferstopps – zu Gas-Engpässen kommen, sind Haushaltskunden besonders geschützt, ebenso wie etwa Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen. Rationiert beziehungsweise abgeschaltet werden könnte im Notfall also vor allem bei Unternehmen.

Weiterlesen: Unternehmen wollen bei Engpässen nicht zuerst betroffen sein

Andere Reihenfolge gefordert

Die wehren sich jedoch zunehmend gegen eine solche Priorisierung. Denn ein Ausfall des russischen Erdgases hätte für viele Branchen schwerwiegende Konsequenzen. „Es kann nicht sein, dass die den Wirtschaftskreislauf aufrechterhaltene Industrie und das verarbeitende Gewerbe vor privaten Haushalten abgeschaltet oder rationiert wird“, erklärte so etwa der UV-Nord Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich. Eine Diskussion über den Notfallplan sei „längst überfällig“. Ähnlich sieht es auch Eon-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig-Kley, der ein Umdrehen der Reihenfolge forderte.

Angesichts der bereits erfolgten Lieferstopps nach Polen und Bulgarien ist die Frage derzeit wieder von gesteigerter Aktualität. In unserer Umfrage des Tages wollen wir deshalb von Ihnen wissen, was Sie von der vorgesehene Regelung halten. Sollten private Verbraucher zugunsten der Betriebe und der Industrie zuerst eingeschränkt werden? Stimmen Sie auch ohne Abo ab.

Zwischenstand am Freitag, 29. April, um 19 Uhr: Bisher haben 750 Personen an unserer Umfrage des Tages teilgenommen. 21 Prozent sind der Meinung, dass Wirtschaft und Arbeitsplätze vorgehen. 33 Prozent sind hingegen der Meinung, dass die bestehende Regelung genau richtig ist. 46 Prozent, und damit die Mehrheit, stimmten dafür, Privathaushalte bei einem Gas-Notstand nicht zuerst einzuschränken – allerdings müsse in den eigenen vier Wänden auch nicht die Sauna laufen.

Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

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