Rezepte gesucht Rouladen, Matjes, Eintopf: Futtern wie bei Muttern

Von Sibylle Bremer | 18.06.2019, 20:24 Uhr

Food-Trends kommen und gehen, Hausmannkost aber bleibt: Senden Sie uns bis zum 29. Juni ihre besten Rezepte zu!

In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München sind es gerade „Bowls“, die hip sind und sich in jeglicher Form in den Speisekarten finden. Wer das Gericht beim Kellner bestellt, bekommt eine übergroße Schüssel mit japanischen Ramen-Suppen, koreanischem Kimchi oder auch hawaiianischen Fischspeisen serviert. Eine Food-Strömung von vielen, die sich verbreiten und eventuell auch länger halten könnte. Denn solche kulinarischen Trends kommen – und meist gehen sie auch wieder.

Sehnsucht nach Heimat

Umso erstaunlicher ist es, dass sich die gute, alte Hausmannkost weiterhin auf den Speiselisten findet und seit ein paar Jahren nun schon eine Art Revival erlebt. Ernährungsexperten sprechen von einem Boom der Heimatküche und haben dafür eine Erklärung parat: Während im Zuge der Globalisierung Spezialitäten aus aller Herren Länder mittlerweile nahezu jederzeit und überall erhältlich sind, wächst parallel dazu die Sehnsucht der Menschen nach einem Stück Heimat auf den Tellern – nach vertrauten Zutaten, bekannten Geschmacksrichtungen und typischen Gerüchen.

Wenn man die Norddeutschen nach ihren Lieblingsspeisen fragt, stehen Rouladen, Gulasch, Matjes und Eintopf weit oben auf der Liste. Meist mit dem Hinweis: zubereitet „wie bei Muttern“, also traditionell.

Hausmannskost als „Clean Food“

Heimatküche wird von den Bürgern mit Frische verbunden. Und das kommt an. „Die Menschen stellen sich zunehmend die Frage, welche Wirkung das Essen konkret auf den Körper hat“, erklärt der Hamburger Trendforscher Peter Wippermann. Sie wollen sich etwas Gutes tun, indem sie Vollwertprodukte konsumieren und industriell verarbeitete Lebensmittel meiden – „Clean-Food“, wie es in der Branche heißt.

Hausmannskost mit ihrem regionalen sowie saisonalen Charakter zähle dazu. „Solange der Spargel nicht aus dem Glas kommt“, betont Wippermann, „sondern erntefrisch vom Feld auf die Teller“. Nur wer selbst koche, wisse wirklich, was in den Produkten stecke, gibt der Trendforscher zu bedenken.

Wie geht nochmal Sülze?

Doch wer weiß denn eigentlich noch, wie man Fisch pökelt oder Fasan spickt? Und wie eine Sülze gelingt? In wenigen Haushalten wird das Wissen auch tatsächlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Meist sind es inzwischen eher Kochschulen, Fachmagazine und Internetportale, die für Interessierte Rezepte mit Tipps und Tricks bereithalten. Ohne sie würde die heimische Vielfalt auf unseren Tellern nach und nach verloren gehen.

Aus diesem Grund führt der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) derzeit eine besondere Aktion durch (siehe Infokasten unten). Unsere Leser sind aufgefordert, ihre Lieblingsrezepte einzusenden. Die besten werden ausgewählt und im Herbst in einem Magazin erscheinen.

„Wir glauben, dass in den heimischen Küchenschränken und Bücherregalen wahre kulinarische Schätze schlummern, die wir allen Lesern zur Verfügung stellen wollen“, sagt Produktmanagerin Kristin Faßheber, die im Verlagshaus das Projekt organisiert.

Die Aktion startet thematisch mit Aufläufen, Suppen und Eintöpfen, um sowohl die erforderlichen Zutaten als auch den Arbeitsaufwand möglichst gering zu halten. „Denn auch wenn es den Willen zum Selberkochen gibt, ist unser Alltag oft vollgestopft mit zu vielen Terminen. Wir wollen daher Rezepte sammeln, die wirklich jederzeit machbar sind“, so Faßheber. Noch bis zum Sonnabend, 29. Juni, können Interessierte ihre Kochanleitungen einsenden.

„Wir sind gespannt auf jede Kreation – ob sie nun von der Großmutter stammt oder vom letzten Kochabend mit Freunden.“
Kristin Faßheber

„Sämtliche Einsendungen werden nachgekocht, um sicherzugehen, dass die Rezepte auch wirklich funktionieren“, erklärt Regina Hellmund, Inhaberin der Kochschule „Kochspaß“ in Holm, die mit dieser Aufgabe betreut ist. „Wir sind schon sehr gespannt, was uns geboten wird.“

Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm ist der Begriff „Hausmannskost“ übrigens als „Nahrung wie sie ein Hausvater gewöhnlich für sich und die Seinigen bereiten läszt“ definiert. Kristin Faßheber sieht noch mehr in ihr: „Für mich ist sie Heimat – und immer wieder eine verlässliche Alternative zu all den anderen vielen Speisetrends.“

Machen Sie mit! Für unser neues Kochmagazin mit den leckersten Aufläufen, Suppen und Eintöpfen suchen wir Ihr Lieblingsrezept. Vom Kartoffelauflauf über Kohlsuppe bis hin zum Erbseneintopf – senden Sie uns die Anleitung für Ihr liebstes Gericht und lassen Sie alle an Ihrer Kreation teilhaben! Zusammen mit der Kochschule Kochspaß aus Holm kochen wir die Gerichte nach. Die besten Rezepte werden mit dem Namen des Autors veröffentlicht. Jeder Einsender eines abgedruckten Rezeptes erhält als Dankeschön ein Exemplar des neuen Magazins, welches im Herbst erscheint. Wir freuen uns auf Ihre zahlreichen Rezepte! Senden Sie Ihr Rezept mit Ihren Kontaktdaten bis zum 29. Juni an: sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG, Kristin Faßheber, Damm 9-19, 25421 Pinneberg oder per E-Mail an kristin.faßheber@shz.de oder gleich online unter www.shz.de/lieblingsrezept