Umfrage des Tages für SH Quarantänepflicht für Infizierte: Mehrheit gegen Abschaffung

Von shz.de | 06.04.2022, 16:52 Uhr

Wer sich mit Corona infiziert, muss sich auch in Schleswig-Holstein bald wohl nicht mehr zwingend in Isolation begeben. Für Sie genau der richtige Schritt oder begrüßen Sie Lauterbachs Rückzieher? Stimmen Sie ab.

In Schleswig-Holstein gilt ab dem 1. Mai für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen wohl nur noch eine Quarantäne-Empfehlung. Damit folgt das Land den auf der Gesundheitsministerkonferenz beschlossenen Anpassungen der Absonderungsregelungen. Ausnahmen gibt es lediglich für Menschen, die im medizinischen und pflegerischen Bereich tätig sind.

Lauterbach rudert bei Lanz zurück

Brisant: Gesundheitsminister Karl Lauterbach ruderte am Dienstagabend in der Sendung von Markus Lanz zurück. Hintergrund für die Entscheidung sei die Überlastung der Gesundheitsämter gewesen, die mit den Anordnungen nicht mehr hinterherkämen. Deshalb habe man auf Freiwilligkeit setzen wollen.

„Die Message, die nun aber mitläuft, ist 'Lauterbach hat das jetzt verharmlost'“, so der Gesundheitsminister am Abend. Es könne der Eindruck entstehen, Corona sei harmlos und man könne auch infiziert unter Menschen gehen. Das Signal, das davon ausgeht sei „so verheerend, dass man diese Isolationsordnung so nicht machen kann. Diesen Punkt, dass die Infizierten sich selbst isolieren und nicht mehr durch das Gesundheitsamt aufgefordert werden, werde ich wieder einkassieren“, so Lauterbach.

Demnach soll nur für Kontaktpersonen die Isolation freiwillig bleiben.

Zum Thema: Corona-Quarantäne nur noch freiwillig – Das müssen Sie darüber wissen

Heiner Garg begrüßte die ursprünglich geplante Regelung: Die Anpassungen seien ein „erster richtiger Schritt, um auch diesen wichtigen Bereich an die aktuelle Situation des Übergangs von pandemischer in endemische Phase anzupassen“, so Gesundheitsminister Heiner Garg.

Kritik von Patientenschützern

Schnell wurde nach der Entscheidung Kritik laut, denn noch immer sterben in Deutschland schließlich täglich etwa 300 Menschen an dem Coronavirus. Und vielen dürfte der Gedanke daran, dass bald jeder trotz einer Corona-Infektion weiter unter Menschen gehen darf, Angst machen.

Heftige Kritik kam so auch von Patientenschützern. Der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Schleswig-Holstein, Michael Saitner, sieht vor allem die vulnerablen Gruppen in Gefahr. Diese müssten sich nun wieder eigenverantwortlich isolieren.

In unserer Umfrage des Tages wollen wir deshalb heute von Ihnen wissen: Begrüßen Sie den Rückzieher von Lauterbach oder wären Sie für eine Abschaffung der Quarantänepflicht gewesen? Stimmen Sie auch ohne Abo ab.

Das Ergebnis ist nicht repräsentativ.

Zwischenstand am Mittwoch, 6. April, um 16.53 Uhr: 62 Prozent sprachen sich gegen eine Abschaffung aus. Dafür stimmten 38 Prozent. Insgesamt hatten zu diesem Zeitpunkt 1142 Personen abgestimmt.

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