Zahlen, Daten, Fakten Psychische Gesundheitsprobleme bleiben oft unbehandelt

Von Karin Lubowski, Schleswig-Holstein am Sonntag | 14.04.2013, 09:52 Uhr

Europaweit leiden pro Jahr etwa 25 Prozent der Menschen an Stimmungsstörungen, sieben Prozent dieser Störungen erweisen sich als schwere Depressionen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Weltgesundheitsorganisation WHO. In Deutschland, das ergab ein Gutachten im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, erkranken jährlich "25 bis 30 Prozent der Bevölkerung (…) an psychischen und psychosomatischen Störungen (unter anderem Depressionen, funktionelle körperliche Störungen, Ängste). In der Bundesrepublik steigt die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen dieser Störungen kontinuierlich an, sie sind die häufigste Ursache für die vorzeitige Berentung".

In Europa machen psychische Störungen laut WHO 20 Prozent der Krankheitslast aus, innerhalb der EU sogar 26 Prozent. Die durch Stimmungsstörungen und Angstzustände in der EU verursachten Kosten werden mit 170 Milliarden Euro pro Jahr veranschlagt. Die Prognose: Im Jahr 2020 werden psychische Störungen Platz 2 und 3 im Ranking der "größten Leiden der Menschheit" belegen. Und auch das hat die WHO ermittelt: Zirka 50 Prozent aller Depressionen in Europa werden nicht behandelt.