Umfrage des Tages Das Entlastungspaket der Bundesregierung steht: Mehrheit hat trotzdem Sorge vor dem Winter

Von shz.de | 05.09.2022, 06:45 Uhr | Update am 05.09.202210 Leserkommentare

Am Samstag hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung bis spät in die Nacht über neue Entlastungen verhandelt. Sonntag kamen dann die Ergebnisse. Die Politiker in SH begrüßen das neue Entlastungspaket. Und Sie?

Auf diese Pressekonferenz hatte ganz Deutschland am Wochenende gewartet: Nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses bis spät in die Nacht verkündete die Bundesregierung neue Entlastungen. „Das neue Entlastungspaket sei größer, als die ersten beiden zusammen“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. Insgesamt soll es Entlastungen im Wert von 65 Milliarden geben.

Mehr Informationen:

Rentner und Studierende: Rentnerinnen und Rentner sollen zum 1. Dezember eine einmalige Energiepreispauschale von 300 Euro erhalten. Studierende und Auszubildende sollen einmalig 200 Euro erhalten. Für Berufstätige war bereits eine Energiepreispauschale von 300 Euro auf den Weg gebracht worden.

Strompreis: Für einen gewissen Basisverbrauch an Strom soll nach dem Willen der Ampel-Koalition künftig ein vergünstigter Preis gelten. Für einen zusätzlichen Verbrauch darüber hinaus wäre der Preis nicht begrenzt.

Nahverkehrsticket: Die Ampel-Koalition will ein neues bundesweit gültiges Nahverkehrsticket schaffen. Ziel sei eine Preisspanne zwischen 49 und 69 Euro im Monat. Die Länder müssen der Finanzierung noch zustimmen.

Bürgergeld: Mit der geplanten Einführung des Bürgergelds Anfang kommenden Jahres wollen SPD, Grüne und FDP die Regelsätze für Bedürftige auf rund 500 Euro erhöhen. Heute erhalten Alleinstehende in der Grundsicherung 449 Euro pro Monat.

Kindergeld: Die Ampelkoalition will Familien spürbar entlasten. So soll das Kindergeld deutlich steigen. Es soll zum Jahresbeginn um 18 Euro monatlich für das erste und zweite Kind steigen.

EEG-Umlage: Bisher wurde bereits der Strompreiszuschlag zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) abgeschafft, es gibt eine Energiepauschale von 300 Euro für alle Beschäftigten und eine Einmalzahlung von 100 bis 200 Euro für alle Arbeitslosen, das Kindergeld wurde einmalig um 100 Euro pro Kind aufgestockt, drei Monate lang bis August wurde der Spritpreis gestützt, und es gab für die Monate Juni, Juli und August das 9-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr.

Die Politiker in Schleswig-Holstein und Hamburg sehen die Beschlüsse positiv und blicken dem Winter nun etwas weniger besorgt entgegen. So sieht Daniel Günther in den Entlastungen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Und SH-Finanzministerin Monika Heinold hebt viele gute Bausteine hervor. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank geht beruhigter in den Winter. Und auch die SPD in Schleswig-Holstein lobt das Entlastungspaket.

Aber was denken Sie? Helfen Ihnen die Beschlüsse weiter oder hätten Sie sich weitere Entlastungen gewünscht? Stimmt Sie in unserer Umfrage des Tages mit ab. Auch ohne Abo.

Zwischenergebnis um 16:20 Uhr: Insgesamt haben bisher knapp 500 Menschen an unserer Umfrage des Tages teilgenommen. 46 Prozent geben an, gar nichts vom Entlastungspaket zu halten. 38 Prozent begrüßen die beschlossenen Maßnahmen zwar, fragen sich aber, wer das alles bezahlen soll. Nur 16 Prozent halten sehr viel von den Beschlüssen der Bundesregierung.

Die Umfrage ist nicht repräsentativ.

10 Kommentare
Willy Toft
Grundsätzlich beruhigt es ein wenig! Ich befürchte nur, dass es bei Weitem nicht reicht, was uns in nächster Zeit erwartet! Die Entlastungspakete werden nach meiner Einschätzung nicht mal 1/5 der Mehrkosten abdecken. Die Politik wird die Sanktionen nicht zurück nehmen, wir werden es ausbaden müssen.