Festakt zum 100. Jahrestag Kieler Matrosenaufstand: „Ihr Aufstehen für Frieden und Freiheit dürfen wir nie vergessen“

Von dpa | 03.11.2018, 16:59 Uhr

Authentischer geht es nicht: Der Festakt findet genau dort statt, wo es Anfang November 1918 so richtig brodelte.

Mit einem Festakt an historischer Stätte hat die Stadt Kiel am Samstag dem Matrosenaufstand vor 100 Jahren gedacht. „Die Kieler Matrosen beschritten den Weg in eine freiheitliche, demokratische und entmilitarisierte Gesellschaft – auch wenn der Einsatz nicht in Gänze erfolgreich war“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er sprach von einem Ereignis von nationalgeschichtlicher Bedeutung. „Ihr Aufstehen für Frieden und Freiheit dürfen wir nie vergessen.“

Die Veranstaltung fand im Kieler Gewerkschaftshaus statt, dem heutigen Legienhof. Dort trafen sich Anfang November 1918 revolutionäre Matrosen und Arbeiter, die von Krieg und kaiserlicher Obrigkeit genug hatten. Ihr Aufbegehren war eine Initialzündung für eine revolutionäre Bewegung, die am 9. November zur Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und zur Ausrufung der ersten deutschen Republik führte.

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Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte, „auch heute braucht es wieder Mut, für die richtige Sache einzustehen. Daran soll uns 1918 erinnern.“ Diese Botschaft müsse an die junge Generation weitergereicht werden. „Für mich als Bildungsministerin bedeutet das auch die verstärkte Vermittlung von demokratischen Werten in der Schule. Wir müssen Demokratie stärker erklären und für Demokratie werben.“

An mehreren Demonstrationen rund um den Matrosenaufstand - unter anderem gegen Krieg und Militär - nahmen am Samstag in Kiel nach Polizeiangaben rund 750 Menschen teil. Alles sei friedlich, sagte ein Polizeisprecher.

Der Künstler Jakob Müller-Meernach stellte mit einer Gruppe von Schauspielern den Matrosen- und Arbeiteraufstand nach. Die historisch verkleideten Darsteller waren am Samstag in der Kieler Innenstadt unterwegs. Noch bis zum 17. März dauert im Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum die Ausstellung „1918. Die Stunde der Matrosen“ an.

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