„Ärzte ohne Grenzen“ Flensburgerin berichtet über ihren Ebola-Einsatz

Von Gunnar Dommasch | 23.10.2014, 21:06 Uhr

„Kinder haben bitterlich geweint, Eltern haben mich angefleht“: Wencke Petersen über ihre Arbeit bei der Einlasskontrolle in einem Krankenhaus in Liberia.

Fast 3000 Menschen sind bisher gestorben. Wencke Petersen arbeitete bis Anfang Oktober in einer von „Ärzte ohne Grenzen“ errichteten Klinik. Am Tor des aus Zelten bestehenden und ummauerten Krankenhauses in Monrovia entschied die 41-Jährige, wer hinein durfte und wer nicht. „Ich wusste, viele von ihnen werden sterben“, sagt die Arzthelferin, „ein schreckliches Gefühl.“

Mitte September wird die Bettenzahl verdoppelt – vier Ärzte und ein knappes Dutzend Krankenschwestern versorgen die schwer Erkrankten, die Einlass finden. 20 bis 30 Menschen muss die Flensburgerin jeden Tag wieder wegschicken, darunter viele Kinder. Einige sind von ihren Müttern vor dem Tor ausgesetzt worden, andere haben ihre Familie verloren. „Sie haben bitterlich geweint, Eltern haben mich angefleht. Und wie gern hätte ich das Tor aufgemacht.“ Aber sie dreht sich um, atmet tief durch, unterdrückt die Tränen – und arbeitet weiter. Doch auch Erfolge bleiben nicht aus. So konnte die Überlebensrate von 20 auf 40 Prozent verdoppelt werden. „Ich habe Heilung erlebt – das hat mir Kraft gegeben.“