Ministerpräsident in Fernost Albig redet den Chinesen unsere Straßen schön

Von Till H. Lorenz | 17.11.2013, 08:00 Uhr

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident will für die Nordindustrie neue Türen öffnen. Heute ist er in China angekommen und reist in die Partnerprovinz Zhejiang.

Zusammen mit einer Delegation aus Politik und Wirtschaft ist Albig heute in der Volksrepublik angekommen. Im Vorfeld hatte er angekündigt, Türöffner für Unternehmen aus Schleswig-Holstein sein zu wollen. Der Ministerpräsident setzt auf die Kooperation mit der chinesischen Partnerprovinz Zhejiang. Seit fast 30 Jahren existiert diese Zusammenarbeit mit einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen Chinas. Und ebenso lange hofft die Politik in Kiel, von den schwindelerregenden Wachstumszahlen und dem mit 1,3 Milliarden Menschen größten Markt der Welt profitieren zu können. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der 54 Millionen Einwohner zählenden Provinz nahe der Finanzmetropole Shanghai lag zuletzt bei rund neun Prozent. Bis vor wenigen Jahre waren die Wachstumsraten noch immer zweistellig.

Albigs Vorgänger haben bei den Chinesen noch besonders um Kooperationen bei der Windkraft geworben. Doch seit damals hat die Zeit auch vieles relativiert. Mindestens vier von fünf Windkrafträdern, die die Chinesen heute neu aufstellen, stammen aus chinesischer Produktion, rechnen Experten vor. Es könnten sogar noch mehr sein. Bei der Solarbranche hatte die Wirtschaftspolitik der Volksrepublik den Bogen am Ende gar überspannt und mit Lohndumping dazu beigetragen, dass die Sonnenkraft-Industrie weltweit in eine Krise gestürzt wurde. Und in Schleswig-Holstein räumen Branchenexperten ein, dass die Windkraft-Industrie immer mehr Arbeitsplätze an andere Bundesländer verliere.