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Wrack der SS „Minden“ : Schatzsucher vor Island: Es warten tonnenweise Nazi-Gold auf Bergung

vom
Aus der Onlineredaktion

Es geht mal wieder um Nazi-Gold. Diesmal steckt kein Geisterzug dahinter, sondern ein Wrack. Und das gibt es wirklich.

shz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 14:56 Uhr

Reykjavik | Britische Schatzsucher der Advanced Marine Services sollen das vor 78 Jahren gesunkene Schiffswrack des Frachters SS Minden südlich der isländischen Stadt Höfn gefunden haben. Um das Schiff aus der Nazi-Zeit rangen sich Legenden, die mal wieder alle mit dem mysteriösen Nazi-Gold zu tun haben. Laut übereinstimmenden britischen Medienberichten soll sich im Postraum des Schiffes ein kapitaler Schatz befinden. Dieser soll jetzt gehoben werden, doch dafür gibt es keine Genehmigung. In der Kiste sollen sich demnach Edelmetalle im Wert von mehr als 100 Millionen Euro befinden.

Das Schiff des Norddeutschen Lloyd war 1939 kurz nach Ausbruch des Krieges aus Brasilien in Richtung Deutschland unterwegs. Adolf Hitler soll persönlich den Befehl gegeben haben, die Minden absichtlich zu versenken. Er wollte mit diesem Akt womöglich verhindern, dass die sich mit zwei Schiffen nähernde Royal Navy Zugriff auf die Fracht bekommt. Südlich von Island wurde der Befehl in die Tat umgesetzt. Das britische Schiff HMS Dunedin rettete die Besatzung und brachte sich auf die schottischen Orkney-Inseln.

Britische Boulevardblätter wie die „Sun“ gehen davon aus, dass die Kiste bis zu vier Tonnen Edelmetall enthält. Südamerikanische Banken, darunter die Dresdner-Bank-Tochter Banco Germanico, sollen es an Bord gebracht haben. Doch es melden sich auch Historiker zu Wort, die bezweifeln, dass es überhaupt einen Schatz an Bord geben kann. „Für die Existenz des Goldes an Bord des Frachters gibt es bislang keinen historischen Nachweis, keine Frachtpapiere. Auch ist unklar, woher die Bergungsfirma weiß, dass sich vier Tonnen Gold im Post-Raum des Frachters befinden", erklärte Experte Ian Saye gegenüber „Bild“.

Die Frage wäre letztlich, wem der Schatz vom Meeresgrund 120 Seemeilen vor Island gehört. Advanced Marine Service will den Fund nach Großbritannien überführen, um ihn untersuchen zu lassen. Doch Island hat den Findern bisher keine Bergegenehmigung erteilt, die zur Verwunderung vieler nicht im Vorfeld beantragt wurde. Das Schiff wurde an Land beordert und unter Arrest gestellt. Den Schatzsuchern wurde mitgeteilt, dass sie gar nicht das Recht hatten, in den Gewässern nach dem Schatz zu suchen. Die Briten warten nun auf eine Erklärung der isländischen Umweltbehörde zu den Besitzverhältnissen, – und auf ein Signal, wann eine Berge-Genehmigung vergeben wird.

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