Mordaufruf gegen Imame : Salafisten-Prediger Pierre Vogel steht auf IS-Todesliste

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Pierre Vogel bei einer Kundgebung.

Der Islamische Staat zieht in den ideologischen Krieg mit gemäßigten europäischen Imamen. Dazu zählen die Gotteskrieger auch den Salafisten-Prediger Pierre Vogel.

shz.de von
15. April 2016, 16:54 Uhr

Die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat zum Mord an den „Imamen des Unglaubens im Westen“ aufgerufen. Neben liberalen Imamen aus mehreren Ländern Europas wird dabei der vor allem bei Jugendlichen einflussreiche deutsche Salafist Pierre Vogel namentlich erwähnt – und per Bild besonders hervorgehoben, berichtet NTV online. Das Propagandablatt „Dabiq“ verunglimpft den fundamentalistischen Konvertiten als Apostat („Abtrünnigen"), den es zu liquidieren gelte.

Der selbsternannte Islamische Staat überträgt die totalitären Maßstäbe seiner Scharia auch per Mordaufruf auf westliche Prediger. Jemand wie Pierre Vogel – wiederholt in deutschen Medien als islamistischer Hassprediger bezeichnet – ist für das Mörderkollektiv des IS ein Ungläubiger.

Vogel hatte sich nach den Anschlägen von Paris im November 2015 erstmals klar von der Gewalt-Philosophie der Terrormiliz distanziert. Solche Anschläge seien laut Koran verboten, hatte er bei Facebook kommuniziert. Seine Anhänger rief er dazu auf, bei dem mörderischen Treiben nicht mitzumachen: „Haltet euch davon fern! Und wenn ihr wisst, dass jemand so etwas vorhat, dann haltet ihn auf“, forderte er.

Salafistische Vereine wie „Der Schlüssel zum Paradies“, zu dem Pierre Vogel gehört, werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Den sich haltenden Vorwurf, er würde mit dem Islamischen Staat sympathisieren, versucht Vogel jetzt anhand des verbreiteten Mordaufrufs über Facebook zu entkräften.

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