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Ex-Yukos-Eigentümer : Russland erlässt Haftbefehl gegen Kremlkritiker Michail Chodorkowski

vom
Aus der Onlineredaktion

In einem Mordfall ermittelt die russische Justiz gegen den Geschäftsmann. Der weist die Vorwürfe entschieden zurück.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2015 | 15:01 Uhr

Moskau | Die russische Justiz hat in einem Mordfall Haftbefehl gegen den im Exil lebenden Kremlkritiker und Ex-Ölmagnaten Michail Chodorkowski erlassen. Der frühere Besitzer des zerschlagenen Konzerns Yukos sei zur internationalen Fahndung ausgeschrieben, teilte die Ermittlungsbehörde in Moskau am Mittwoch mit.

Der Haftbefehl scheint in Zusammenhang mit einem härteren Vorgehen der russischen Behörden gegen die prominenten Kritiker von Präsident Wladimir Putin zu stehen. Erst am Dienstag hatten die Behörden Räume seiner Stiftung Offenes Russland durchsucht. Die von Chodorkowski gegründete Stiftung veröffentlicht Berichte über die Lage in Russland und setzt sich für freie Wahlen ein.

Der Haftbefehl war erwartet worden, nachdem Russland Chodorkowski Mitte Dezember offiziell beschuldigt hatte, 1998 die Ermordung des Bürgermeisters der sibirischen Stadt Neftejugansk organisiert zu haben.

Chodordkowski weist die Anschuldigungen zurück. „Sie sind verrückt geworden“, kommentierte der 52-jährige Geschäftsmann auf seiner Webseite den Haftbefehl. Nach fast zehn Jahren Lagerhaft war Chodorkowski Ende 2013 begnadigt worden und anschließend in die Schweiz gezogen.

Laut Spiegel Online will Chodorkowski sich durch das Vorgehen der russischen Justiz nicht einschränken lassen. Von dem nun erlassenen internationalen Haftbefehl zeige er sich unbeeindruckt, sagte die Sprecherin des Regierungskritikers, Kulle Pispanen. Chodorkowski werde „seine Reisen in keinster Weise wegen der Entscheidungen der Vampire des Kreml“ einschränken, sagte sie.

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