Erschossene Herrscherfamilie : Russland bestätigt nach Exhumierung Echtheit der Zarengebeine

Die undatierte Archivaufnahme zeigt den letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seine Ehefrau Alexandra Fjodorowna mit ihren Kindern (v.l.) Olga, Alexej (vorn), Maria, Anastasia (vorn) und Tatjana.
Die undatierte Archivaufnahme zeigt den letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seine Ehefrau Alexandra Fjodorowna mit ihren Kindern (v.l.) Olga, Alexej (vorn), Maria, Anastasia (vorn) und Tatjana.

Die orthodoxe Kirche hatte Zweifel geäußert, ob gefundenen Überreste wirklich der Zarenfamilie zuzuordnen sind.

shz.de von
16. Juli 2018, 15:49 Uhr

Moskau | Genau 100 Jahre nach dem Mord an Zar Nikolaus II. haben russische Behörden die Echtheit der sterblichen Überreste der damals erschossenen Herrscherfamilie bestätigt. Durch Gentests habe man eindeutig bewiesen, dass die gefundenen Knochen der Zarenfamilie zuzuordnen sind, teilte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde, Swetlana Petrenko, am Montag in Moskau mit.

Sieben der insgesamt elf damals gefundenen Überreste sind ihren Angaben zufolge identifiziert worden: Es handle sich dabei um den Zaren, seine Frau, vier Töchter und einen Sohn. Die russisch-orthodoxe Kirche werde die Ergebnisse der DNA-Untersuchung prüfen, sagte der Sprecher.

1998 in St. Petersburg beigesetzt

Die Ermittlungsbehörde in Moskau hatte 2015 die Untersuchungen zum Mord an der Herrscherfamilie in der Nacht auf den 17. Juli 1918 wieder aufgenommen. Damals hatte die orthodoxe Kirche Zweifel geäußert, ob einige der gefundenen Überreste wirklich der Zarenfamilie zuzuordnen sind. Knochen von zwei Menschen waren erst 2007 in einem Birkenwald im Ural gefunden worden. Sie wurden dem damals ebenfalls erschossenen Thronfolger Alexej und seiner Schwester Maria zugeordnet. Forensiker hatten bereits damals keine Bedenken.

Man habe die Gebeine mit der DNA weiterer Verwandter abgeglichen, sagte Petrenko. Es gebe aus wissenschaftlicher Sicht keine Zweifel. Die Romanows waren nach der Oktoberrevolution in der Stadt Jekaterinburg im Ural gefangen gehalten und getötet worden. 1998 wurden sie in St. Petersburg beigesetzt. Zwei Jahre später sprach die russisch-orthodoxe Kirche die ermordeten Romanows heilig. In mehreren Ländern gibt es Nachkommen der Dynastie.

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