Warnstreik am Flughafen : Rund 70 Lufthansa-Flüge fallen in Hamburg aus

Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik den Druck auf den Konzern im Tarifstreit erhöhen. Foto: dpa
Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik den Druck auf den Konzern im Tarifstreit erhöhen. Foto: dpa

Bei der Lufthansa wird gestreikt, viele Maschinen bleiben am Boden. Allein in Hamburg fallen rund 70 Flüge aus. Da der Ausstand angekündigt war, bleibt das große Chaos in den Terminals zunächst aber aus.

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21. März 2013, 12:59 Uhr

Hamburg | Der bundesweite Warnstreik der Gewerkschaft Verdi bei der Lufthansa sorgt auch am Hamburger Flughafen für viele Flugausfälle. Rund 70 ihrer für Donnerstag geplanten Starts und Landungen in Fuhlsbüttel strich die Fluggesellschaft, wie Lufthansa am frühen Morgen auf ihrer Homepage mitteilte.

Die Gewerkschaft sprach von einer hohen Streikbeteiligung. Kurz nach 7 Uhr hätten fast alle Lufthansa-Mitarbeiter am Terminal die Arbeit niedergelegt, sagte Verdi-Sprecherin Janine Peltier. Die 50 Beschäftigten hätten sich gemeinsam aufgemacht, um am Vormittag mit anderen Betroffenen vor der Lufthansa-Basis zu demonstrieren.

Lufthansa-Mitarbeiter verteilten Camping-Stühle und Getränke

Da die Lufthansa bereits am Vortag vorsorglich ihre Flugreisende über die Auswirkungen des Warnstreiks informiert hatte, erwartete Verdi am Hamburger Flughafen nur wenige gestrandete Passagiere. Allerdings blieb nur ein einziger von sonst bis zu 20 Check-In-Schaltern im Terminal für die Kunden der Lufthansa auch nach 7 Uhr geöffnet. In einer Schlange warteten dort rund 100 Menschen - viele hofften, ihren Flug noch umbuchen zu können. Nur langsam konnten die Wartenden aufrücken. Lufthansa-Mitarbeiter verteilten währenddessen Camping-Stühle, Wasser und Limonade.

Einige Flugreisende standen auch am Morgen noch verwundert vor den Informationsbildschirmen der Luftlinie. Sie hatten erst auf dem Weg zum Flughafen oder im Terminal von den Ausfällen erfahren.

Die Gewerkschaft geht davon aus, dass bei der Kundgebung vor der Lufthansa-Basis mit Verdi-Chef Frank Bsirske rund 3000 Menschen teilnehmen werden. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für rund 33.000 Lufthanseaten. Die Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent mehr Geld und Kündigungsschutz. Lufthansa hat hingegen von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten als Sparbeiträge gefordert.

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