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Satire-Video zu „America First“ : Revolution von unten: St. Pauli will Letzter sein in Donald Trumps Weltordnung

vom
Aus der Onlineredaktion

Aus St. Pauli kommen unerhörte Töne. Nichts da „Second“: Der rotlichtige Stadtteil will lieber am Boden krebsen als Trump zu gefallen.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 12:29 Uhr

Hamburg | Nachdem die Youtube-Karawane der Möchtegern-Zweiten in der Trump-Gunst von den Niederlanden über Kasachstan und Litauen auch über Schleswig-Holstein gewatet ist, fehlte nur noch ein Kleinod auf der Landkarte: Sankt Pauli. Der Hamburger Stadtteil mit der sündigen Meile hat nachgezogen – allerdings geht es den Machern nicht um das übliche Buhlen um Platz 2. Im Gegenteil: St. Pauli bewirbt sich als Antidote zum Trump-Amerika und will nichts lieber als Letzter sein im Gusto des US-Präsidenten, dessen Maxime da lautet: „America First“.

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich das am Montag auf YouTube gestellte Video schnell. Bis Mittwochvormittag wurde es bereits über 70.000 Mal geklickt. In dem Einführungsvideo heißt es etwa, St. Pauli habe die Punks, die Obdachlosen, die Glamour-Girls, die Transsexuellen, hier seien alle Nationalitäten vertreten. „Wir sind Sankt Pauli, das berühmteste Viertel in der großartigen Stadt Hamburg.“ „Sie, Mr Präsident, haben einen roten Knopf, aber wir haben das Rotlichtmilieu.“ Auch sei die „schlimmste Bewegung der Welt“ hier mit dem „Schlagermove“ zu Hause: „But we make Tourists pay for it“. Und St. Pauli habe den besten Fußballverein der Welt, auch wenn es vielleicht nicht der beste sei, was die Ergebnisse angehe, bei denen der FC St. Pauli auch mal auf dem letzten Platz stehe.

„Pussy-Grabbing“ sei zwar durchaus eine St. Paulianische Lebensart, man habe aber die leidenschaftlichsten Frauen der Welt und das Grabschen nach ihren Geschlechteilen könne mit einer bösen oder eine extrem großen Überraschung enden – die Kamera zeigt erst die Drag Queen Olivia Jones, dann einen übergroßen Kunst-Fallus und kopulierende Elefanten. „Huge! Amazing!“.

Mit Mexikanern – und zwar den besten Mexikanern, die Gott geschaffen hat – macht man in St. Pauli kurzen Prozess. Man lasse sie rein und schlucke sie dann einfach runter – jeden einzelnen davon. Die Rede ist von dem „Mexikaner“ genannten alkoholischen Getränk auf der Basis von würzig-scharfem Tomatensaft, das in ganz Norddeutschland gerne als „Kurzer“ serviert wird.

„America first? Wie du willst“, heißt es am Ende an Richtung Washington. Und all die Anderen dürfen Zweite werden, aber „we don't give a f...“. Denn die Revolution beginne immer unten.

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