„Auschwitz darf nicht vergessen werden“ : Reaktionen nach Auschwitz-Kommentar von Anja Reschke

Die Moderatorin Anja Reschke.
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Die Moderatorin Anja Reschke.

In den Tagesthemen löst der Kommentar von Anja Reschke eine Debatte aus. Angesichts des Gedenkens an die Opfer von Auschwitz, fand sie deutliche Worte – und erhält tausendfach Zustimmung.

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29. Januar 2015, 14:31 Uhr

„Auschwitz, Holocaust – ich kann es nicht mehr hören“. So beginnt der provokative Kommentar von NDR-Moderatorin Anja Reschke. Doch das ist nicht ihre eigene Meinung. Sie zitiert viele kritische Stimmen, die sich angesichts der Befreiung von Auschwitz vor 70 Jahren wieder breit machen. Viele wollen das Geschehene einfach vergessen, ausblenden, als sei das alles nicht geschehen. Dass diese Ereignisse ein Teil unserer deutschen Geschichte sind, will nicht jeder wahrhaben. Doch „dieser Teil unserer Geschichte ist in seiner Abartigkeit so einzigartig, dass er gar nicht vergessen werden kann“, sagt Reschke in ihrem Kommentar. Vielleicht ist es die Scham, vielleicht aber auch die Angst, dieses abartige Vergehen an der Menschheit gar nicht selbst verarbeiten zu können. Doch unsere Rolle sollte eine ganz andere sein. Es sind die überlebenden Opfer, denen wir mit hochgradigem Respekt entgegentreten sollten. Gedenken ist ein Mittel dies zu tun. Das Geschehene darf nicht vergessen werden, ganz im Gegenteil.

„Ich bin die dritte Generation. Ich war nicht dabei und trotzdem habe ich mich geschämt", erklärt Reschke. „Weil es zu meiner Identität als Deutscher gehört. Ob ich will oder nicht.“

Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Auch Joachim Gauck sagte am Dienstag in einer Sondersitzung des Bundestages zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“.

Diese Auffassung scheinen viele zu teilen, bereits 60.000 Gefällt mir- Angaben zählt der Kommentar von Anja Reschke, fast 40.000 mal wurde er bei Facebook geteilt.

Reschke kritisiert nicht nur die Menschen, die gekonnt wegsehen. Sie habe nach den Berichterstattungen nicht mehr schlafen können und dann umgeschaltet: „Und was sehe ich? Pegida-Demonstranten, die sich über die vielen Ausländer in Deutschland aufregen. Ganz ehrlich, da ist mir dann wirklich schlecht geworden.“

Tausende kommentierten das Video. Den meisten spricht die Moderatorin aus der Seele:

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