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Tiere : Rätselhaftes Delfinsterben vor der US-Ostküste

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An der Ostküste der USA werden derzeit Hunderte tote Delfine an die Strände zwischen New York und Florida gespült. Niemand weiß genau, was den klugen Säugetieren den Tod bringt.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 10:17 Uhr

Von einem «alarmierenden Anstieg» der Fälle spricht die für den Schutz der Ozeane zuständige Umweltbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Schon vor drei Wochen haben die Experten das Phänomen offiziell zur «Ungewöhnlichen Todeshäufung» erklärt. In diesem Sommer wurden bis zum Dienstag 404 Delfine angeschwemmt, sagt eine NOAA-Sprecherin. Der Durchschnitt liegt bei 26.

An den Küsten der Mittelatlantik-Staaten der USA sind Experten und Freiwillige unterwegs, um die Kadaver einzusammeln. «Sie arbeiten rund um die Uhr, um schnell zu toten oder lebenden Tieren zu kommen, damit wir die Sterblichkeit erfassen können», sagt Teri Rowles, die bei der NOAA eine Expertengruppe zur Gesundheit von Meeressäugern leitet. Was sie vorfinden: Delfine aller Altersklassen und beiderlei Geschlechts, an den Strand gespült, manchmal noch lebend, zumeist längst tot und oft schon stark verwest. Die angespülten Tiere sind deutlich abgemagert, viele haben Lungenschäden. Betroffen ist vor allem der Große Tümmler.

Es ist das größte Delfinsterben seit einem viertel Jahrhundert in den USA. Damals, 1987/88, waren zwischen New Jersey und Florida etwa 750 Tiere verendet. Letztlich wurde ein Virus gefunden. Und diesmal?

«Der Hauptgrund für die Todesfälle könnte ein Virus sein», heißt es auch diesmal von der NOAA. In 32 Kadavern aus allen betroffenen Staaten seien das Cetacean morbillivirus oder zumindest Hinweise darauf gefunden worden.

Für die Meeresbiologen ist das Virus zumindest der Hauptverdächtige. Doch sie haben auch noch Brucella in einigen Tieren gefunden. Wegen dieses weitverbreiteten Bakteriums wird Milch pasteurisiert. Hier macht Brucella offenbar, zumindest in einigen Fällen, mit dem Virus gemeinsame Sache - und hat möglicherweise zu Entzündungen von Lungen, Gehirnen, Haut und Knochen geführt.

Mitteilung der NOAA

Daten und Fakten zum Delfinsterben

Hintergründe zum Delfinsterben 1987/1988

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