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Russland feiert Sieg über Nazi-Deutschland : Putin landet auf der Krim

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In Russland wird am Freitag der Sieg über Nazi-Deutschland gefeiert. Demonstrativ landete Kremlchef Wladimir Putin an diesem Tag zum ersten Mal seit dem international nicht anerkannten Anschluss auf der Krim.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2014 | 15:22 Uhr

Sewastopol | Kremlchef Wladimir Putin ist am wichtigsten russischen Feiertag demonstrativ auf der abtrünnigen ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim gelandet. Der russische Präsident werde in Sewastopol an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg 1945 teilnehmen, meldete die Agentur Interfax am Freitag. In der Hafenstadt war am Nachmittag eine Flottenparade geplant.

Es ist Putins erster Besuch auf der Krim seit dem international nicht anerkannten Anschluss. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hatte die offiziell nicht angekündigte Visite bereits im Vorfeld als „Provokation“ kritisiert. In Sewastopol war am Vormittag bereits eine Militärparade abgehalten worden. Am Abend waren ein Galakonzert geplant. Die Stadt begeht zeitgleich zum 69. Jubiläum des Kriegsendes auch den 70. Jahrestag der Befreiung. Sowjetische Truppen hatten Sewastopol am 9. Mai 1944 von der deutschen Wehrmacht zurückerobert. Die Bevölkerung der Krim und die Stadt Sewastopol hatten am 16. März 2014 in einem umstrittenen Referendum für einen Beitritt zu Russland gestimmt. Daraufhin unterzeichnete Putin am 18. März den Vertrag über die Aufnahme der Gebiete.

In Moskau wurde der Sieg im Zweiten Weltkrieg am Freitagvormittag mit einer Machtdemonstration gefeiert. Bei strahlendem Sonnenschein und Frühlingstemperaturen marschierten etwa 11.000 Soldaten aller Waffengattungen vor Kremlchef Putin und etlichen geladenen Gästen auf. Der russische Präsident nahm als Oberbefehlshaber die Waffenschau mit 151 Einheiten Kriegsgerät und 69 Jets, strategischen Bombern sowie Hubschraubern ab, darunter moderne Panzer vom Typ T-90 und atomar bestückbaren Interkontinentalraketen vom Typ Topol-M.

Angesichts der schweren Krise im Nachbarland Ukraine gilt das Militärspektakel zum 69. Jahrestag des Kriegsendes auch als Demonstration der Stärke. In seiner kurzen Ansprache erwähnte Putin den Konflikt aber nicht. „Der 9. Mai war, ist und bleibt unser wichtigster Feiertag“, sagte der Staatschef bei der live im Staatsfernsehen übertragenen Parade.

Landesweit legten Menschen Blumen an Gedenkstätten nieder. Die prowestliche Führung hatte vor Provokationen russischer Agenten gewarnt. In der südöstlichen Großstadt Mariupol kam es nach einer Kundgebung zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und prorussischen Demonstranten. Dabei sollen mindestens zwei Menschen getötet worden sein. Die Rede war von Schüssen und bürgerkriegsähnlichen Szenen im Zentrum der Hafenstadt mit mehr als 450.000 Einwohnern nahe der Grenze zu Russland. In der östlichen Millionenstadt Donezk, wo an diesem Sonntag die Separatisten per Referendum über eine Abspaltung entscheiden lassen wollen, schwenkten die Teilnehmer Fahnen Russlands und der fiktiven „Volksrepublik Donezk“.

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