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Labour-Kandidatin : Politikerin Jo Cox stirbt nach Attentat – Brexit-Wahlkampf ausgesetzt

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Großbritannien unter Schock: Eine Labour Abgeordnete tödlich angegriffen. Sie galt als kommender Star in ihrer Partei.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2016 | 19:24 Uhr

London | Eine Woche vor dem Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU ist die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox nach einem Angriff gestorben. Die 41-jährige Jo Cox war zu Besuch in ihrem nordenglischen Wahlkreis, als sie Medienberichten zufolge von einem Mann mit einer Schusswaffe - womöglich auch noch mit einem Messer - attackiert wurde.

Ermittlungen in Birstall: Hier wurde die Labour-Abgeordnete Jo Cox angegriffen.
Ermittlungen in Birstall: Hier wurde die Labour-Abgeordnete Jo Cox angegriffen. Foto: Jon Super
 

Beide Wahlkampflager setzten daraufhin ihre Aktivitäten für den Rest des Tages aus. Premierminister David Cameron und andere führende britische Politiker zeigten sich erschüttert über die Bluttat. Cox setzte sich nach Medienberichten für einen Verbleib des Königreichs in der EU ein.

Die Polizei teilte zunächst lediglich mit, eine Frau sei um die Mittagszeit im nordenglischen Birstall nahe Leeds bei einem „Zwischenfall“ schwer verletzt worden, sie befinde sich in kritischem Zustand. Ein Mann Ende 40 sei leicht verletzt worden, ein 52-Jähriger sei festgenommen worden. Ein Mitarbeiter von Jo Cox bestätigte der Nachrichtenagentur PA, dass die 41-Jährige Opfer eines Angriffs wurde.

Kurzporträt Jo Cox

Jo Cox galt als kommender Star in ihrer Partei. Cox machte sich vor allem als leidenschaftliche Europäerin einen Namen. Bereits 1999 war sie als Mitarbeiterin im Abgeordnetenbüro der Labour-Politikerin Joan Walley an der Gründung der Initiative „Britain in Europe“ beteiligt. Zwei Jahre lang arbeitete sie im Büro einer Europaabgeordneten in Brüssel.

Später war sie für verschiedene Hilfsorganisationen tätig. Sie setzte sich unter anderem für Frauenrechte und eine bessere Gesundheitsversorgung für werdende Mütter und Neugeborene in Entwicklungsländern ein.

Bei den Wahlen im Frühjahr 2015 konnte sie einen Sitz im britischen Unterhaus erringen, wo sie unter anderem eine Parlamentariergruppe für Syrien gründete. Im Brexit-Wahlkampf erhöhte Cox den Druck auf Labour-Chef Jeremy Corbyn, sich stärker für einen Verbleib Großbritanniens in der EU einzusetzen.

Cox, die in Cambridge studierte, war verheiratet und hinterlässt zwei kleine Kinder.

Ein Augenzeuge berichtete PA zufolge von einem Gerangel, an dem zwei Männer und eine Frau beteiligt waren. Einer der Männer habe eine Schusswaffe gezogen und auf die Frau gefeuert. In anderen Berichten ist davon die Rede, Cox sei mit einem spitzen Gegenstand verletzt worden. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

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