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Bombendrohungen : Zunehmende Gewalt gegen jüdische Einrichtungen in den USA

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US-Präsident Donald Trump verurteilte die antisemitischen Vorfälle. Unter anderem mussten Schüler in Sicherheit gebracht werden.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 13:23 Uhr

Washington | Eine neue Welle von Gewaltandrohungen hat jüdische Einrichtungen in den USA erreicht. Mehrere jüdische Gemeindezentren und Tagesschulen wurden am Montag wegen Bombendrohungen vorsichtshalber evakuiert. In der Nähe der Hauptstadt Washington wurden die 143 Schüler einer Tagesschule in Sicherheit gebracht, berichtete die „Washington Jewish Week“ unter Berufung auf die Polizei im Fairfax County (Bundesstaat Virginia).

Die neue Welle der Gewalt beunruhigt viele Politiker in den USA - beispielsweise Bernie Sanders. Eine Erklärung für die zunehmenden Drohungen gibt es jedoch noch nicht - gerade in Zeiten des Zweiten Weltkriegs galten die USA als sicherer Ort für die geflüchteten Juden. 

Präsident Donald Trump und weitere Amtsträger in den USA verurteilten die Drohungen scharf. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte am Montag in Washington, der Präsident sei enttäuscht und besorgt. Er verurteile jede Form des Antisemitismus in schärfster Form. Der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolf, sagte, jede Art von antisemitischer Bedrohung müsse scharf verfolgt und bestraft werden.

Eine zweite Schule in der Hauptstadtregion sei ebenfalls bedroht worden, der Unterricht sei aber nach einer ergebnislosen Durchsuchung mit Sprengstoff-Spürhunden fortgesetzt worden, berichtete die Zeitung weiter. Seit Wochen werden jüdische Einrichtungen in den Vereinigten Staaten mit ähnlichen Drohungen konfrontiert.

Auch in anderen Gegenden der USA wurden am Montag jüdische Einrichtungen bedroht, darunter in New Jersey, North Carolina, Alabama, Pennsylvania und New York. Erst tags zuvor war bekannt geworden, dass Unbekannte einen jüdischen Friedhof in Philadelphia geschändet und mehrere hundert Grabsteine umgestürzt und zertrümmert hatten.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hatte dies als „verachtenswerten und feigen Akt des Hasses“, bezeichnet. „Das ist nicht nur ein Angriff auf die jüdische Gemeinschaft, sondern auf die Werte der Freiheit und Brüderlichkeit, für die Amerika steht“, betonte er.

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