zur Navigation springen

Zentralrat der Juden vermisst Solidarität der Muslime

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, wirft den muslimischen Verbänden vor, nicht genug gegen Antisemitismus zu tun. „Sie versprechen es, aber konkrete Schritte muss man mit der Lupe suchen“, sagte Graumann. Der Zentralrat der Juden habe sich stets für Muslime in Deutschland eingesetzt. Eine Solidarisierung von Muslimen mit Juden bleibe aber aus. Die Unsicherheit habe bei Juden in Deutschland stark zugenommen.

Der Zentralrat der Muslime wehrt sich gegen diesen Vorwurf. Der Vorsitzende Aiman Mazyek sagte, in den Freitagsgebeten und im Austausch mit Jugendlichen setzten sich die islamischen Gemeinden sehr wohl mit Antisemitismus auseinander. Mazyek mahnte eine klare Unterscheidung zwischen Kritik an der israelischen Kriegspolitik und Antisemitismus an.

Mit Blick auf die Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg kritisiert der Publizist Alfred Grosser jüdische Verbände in Deutschland und Frankreich. „Das Schlimme ist die ständige totale Identifikation mit Israel, auch wenn Israel momentan große Kriegsverbrechen begeht“, sagte der französische Politologe und Historiker. Grosser wurde 1925 als Sohn eines jüdischen Arztes in Frankfurt geboren und emigrierte mit seinen Eltern nach Frankreich. Der Zentralrat und die vergleichbare Institution in Frankreich vergäßen, dass es sich nicht um einen Krieg zwischen ebenbürtigen Konfliktparteien handle. Die Angriffe der Hamas auf Israel könne man nicht mit der Zerstörung von Häusern und Menschen im Gaza-Streifen vergleichen.

In mehreren Städten demonstrierten am Wochenende wieder Menschen für ein Ende der Kämpfe.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 15:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert