Zauberwort Katar

shz.de von
18. Januar 2015, 13:45 Uhr

In der Bibel heißt das gelobte Land noch Kanaan. Diese Ortsangabe ist überholt und muss ersetzt werden. Derzeit und während der nächsten Jahre blickt die Welt nach Katar. Dort herrschen zwar keine demokratischen Verhältnisse, und tausende Wanderarbeiter werden wie Sklaven gehalten, aber das stört nur einige Medien. Die Verantwortlichen für Sportwettkämpfe jeglicher Art sind in Katar vernarrt. Sonne, Wärme, Geld. Die Schwimmer waren da, Fußballer folgten, die Handballer genießen dort zurzeit Klima und Wohlstand, die Nationalkicker haben sich für die WM 2022 einkaufen lassen. Katar heißt das Zauberwort. Schon bieten Fluglinien für weniger als 400 Euro einen Besuch im Wunderland. Neulich übertrug das Fernsehen ein Testspiel zwischen Schalke 04 und Amsterdam. Vor höchsten 200 Zuschauern. Trotzdem behaupten die Funktionäre, die Sportbegeisterung in Katar sei riesig. Außerdem könne man die neuen Fußball-Stadien zu Fuß erreichen, das sei doch umweltfreundlich. Und nach dem Abpfiff könnte die prächtigste Arena dem obersten Boss als Mausoleum dienen.

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