Nach Auschwitz-Shirt : Zara und der nächste Shitstorm: „Sklaven-Sandalen“ für den Sommer

„Dreifarbige Sklaven-Sandalen“: Hat da ein Übersetzer nicht nachgedacht?
„Dreifarbige Sklaven-Sandalen“: Hat da ein Übersetzer nicht nachgedacht?

Die Modekette Zara hangelt sich von einem Mode-Fauxpas zum nächsten. Dieses Mal sorgen Sommerschuhe für Furore.

shz.de von
08. April 2015, 17:28 Uhr

Die spanische Modekette Zara hat es schon wieder getan: Bereits im letzten Jahr eckte Zara mit einem Kindershirt im Auschwitz-Look an, nun werden mit als „Sklaven-Sandalen“ angepriesenem Schuhwerk erneut die Grenzen des politisch Korrekten ausgelotet. Zuvor hat die Modekette 2007 mit sommerlichen Taschen im Hakenkreuz-Design für Furore gesorgt.

Zwar wurde im Onlineshop nach den ersten empörten Aufschreien in den sozialen Netzwerken sicherheitshalber ein Rückzieher gemacht, doch auf Twitter wird sich auch weiterhin über die fragwürdige Namensgebung ausgelassen:

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Ehrlicher geht&#39;s kaum : <a href="https://twitter.com/hashtag/Zara?src=hash">#Zara</a> bietet &quot;Dreifarbige Sklaven-Sandalen&quot; an. Sagt wohl alles über Produktions-Bedingungen <a href="http://t.co/6Nkd7Fblni">http://t.co/6Nkd7Fblni</a></p>&mdash; Arnd Henze (@arndhenze) <a href="https://twitter.com/arndhenze/status/585564668934152192">7. April 2015</a></blockquote></center>

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/hashtag/Zara?src=hash">#Zara</a> gerade mit dem perfekten Schuh für die modebewusste Haushaltshilfe. <a href="https://twitter.com/hashtag/Boykott?src=hash">#Boykott</a> <a href="http://t.co/QCe0MD8u7G">pic.twitter.com/QCe0MD8u7G</a></p>&mdash; Johannes E. (@icon1zed) <a href="https://twitter.com/icon1zed/status/585533600839426049">7. April 2015</a></blockquote></center>

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Zara bietet &quot;Sklaven-Sandalen&quot; an. Nach negativen Stimmen reagiert das Unternehmen prompt und benennt das Produkt um in &quot;Bimbo-Botten&quot;.</p>&mdash; Florian Meyer (@Scherzinfarkt) <a href="https://twitter.com/Scherzinfarkt/status/585452683827482625">7. April 2015</a></blockquote></center>

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/ZARA">@ZARA</a> ist ein kluges Label:Nach KZ-Kinder-Shirts jetzt Sklaven-Sandalen.<a href="https://twitter.com/hashtag/werbung?src=hash">#werbung</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/fail?src=hash">#fail</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/racism?src=hash">#racism</a> <a href="http://t.co/zylh4U1QVe">http://t.co/zylh4U1QVe</a> <a href="http://t.co/CoDEg0xHgF">pic.twitter.com/CoDEg0xHgF</a></p>&mdash; Patrick Stegemann (@petterich) <a href="https://twitter.com/petterich/status/585400647291383808">7. April 2015</a></blockquote></center>

Zara selbst macht eine etwas zu wortgetreue Übersetzung für den Namens-Fauxpas verantwortlich. Im Spanischen wird die Schuhart, die hierzulande etwa als „Jesuslatschen“ oder „Römersandalen“ geführt wird, als „sandalias esclavas“ (sandalias=Sandalen; esclavias=Sklaven) gehandelt. Eine Eins-zu-Eins-Übersetzung ins Deutsche macht also wenig Sinn.

Einige Twitter-Nutzer glauben dieser Erklärung nicht so ganz und vermuten hinter der ganzen Aufregung kalkulierte Skandal-PR.

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Bessere Werbung für <a href="https://twitter.com/hashtag/Zara?src=hash">#Zara</a> gibt es nicht. Hut ab an die Marketingabteilung   </p>&mdash; Bushidos Endgegner (@Redhead_Hunter) <a href="https://twitter.com/Redhead_Hunter/status/585750335362306048">8. April 2015</a></blockquote></center>

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/rotnroll666">@rotnroll666</a> Also so langsam glaube ich, bei Zara wird mit Absicht so rumgetrollt...</p>&mdash; Lea (@miailee) <a href="https://twitter.com/miailee/status/585404687144378369">7. April 2015</a></blockquote></center>

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