Skandal um Affäre und Schweigegeld : Zahlungen an Pornostar „Stormy Daniels“ vermasseln Trumps Valentinstag

Stephanie Clifford alias „Stormy Daniels“ sorgt für schlechte Stimmung im Weißen Haus.
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Stephanie Clifford alias „Stormy Daniels“ sorgt für schlechte Stimmung im Weißen Haus.

Donald Trumps Hausanwalt Michael Cohen räumt ein, dem Pornostar kurz vor den Präsidentschaftswahlen 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Sein Mandant soll 2006 eine Affäre mit der Frau gehabt haben.

shz.de von
14. Februar 2018, 18:02 Uhr

Washington | An diesem Valentinstag dürfte das Klima zwischen dem Präsidenten und der First Lady im Weißen Haus noch eisiger gewesen sein als sonst schon. Die großen US-Medien berichteten am Mittwoch prominent über die Bestätigung einer ominösen Zahlung von Trumps langjährigem Rechtsvertreter an die 38-jährige Stephanie Clifford, die als Sexdarstellerin unter dem Namen „Stormy Daniels“ auftritt.

Nach wochenlangen Abwehrversuchen gab Cohen erstmals zu, die vom „Wall Street Journal“ (WSJ) Anfang des Jahres exklusiv berichtete Zahlung in Höhe von 130.000 US Dollar geleistet zu haben. Und zwar durch eine Briefkastenfirma mit beschränkter Haftung, die er eigens dafür ins Leben gerufen hatte. „Die Zahlung an Frau Clifford war rechtens, und es war weder eine Wahlkampfspende noch eine Wahlkampfausgabe von irgendjemandem“, erklärte der persönliche Anwalt Trumps.

Mit diesem Eingeständnis katapultierte Cohen ungewollt eine Geschichte in die Schlagzeilen, die Trump am liebsten vergessen machen möchte. Dabei geht es um eine mutmaßliche Affäre, die er in den Tagen nach der Geburt seines jüngsten Sohnes Barron mit „Stormy Daniels“ gehabt haben soll.

Affäre begann bei Golfturnier

Die schlüpfrigen Details des Verhältnisses finden sich in einem Interview mit Clifford ausgebreitet, dessen Manuskript das Boulevard-Magazins „In Touch“ veröffentlicht hatte. Demnach begann die Affäre mit einer sexuellen Begegnung am Rande eines Golfturniers im Juli 2006. Trump lernte „Stormy Daniels“ dort als Werbedame der Pornofilm-Gesellschaft „Wicked Pictures“ kennen. 

Während persönlicher Treffen über das folgende Jahr habe Trump Clifford alle möglichen Versprechungen gemacht; darunter ein Auftritt in seiner Reality-Show „The Apprentice“ sowie den Kauf einer Wohnung in Tampa, einer Küstenstadt am Golf von Mexiko in Florida.

Der Chefredakteur des renommierten Online-Magazins „Slate“, Jacob Weisberg, der mit Clifford vor den Wahlen im November 2016 in Kontakt stand, bestätigte die Version von „In Touch“. Laut Weisberg verlangte die Sex-Darstellerin im Zuge der Enthüllungen der vulgären „Access Hollywood“-Bänder, die Trumps Chancen auf einen Wahlsieg abstürzen ließen, eine sechsstellige Schweigegeld-Zahlung.

Wofür hat Trump-Anwalt Cohen gezahlt?

Das „Wall Street Journal“ verlieh der Geschichte um den Jahrestag der Amtseinführung herum zusätzliche Glaubwürdigkeit, als es im Januar die Zahlung bestätigte und Trumps Hausanwalt Cohen als Quelle ausmachte. Parallel dazu reichte die Organisation „Common Cause“ bei der Bundeswahl-Kommission eine Klage wegen Verstoßes gegen die Wahlkampf-Finanzierungsgesetze ein.

Cohen nahm ausdrücklich Bezug auf die Beschwerde. „Nur weil etwas nicht wahr ist, bedeutet das nicht, dass es nicht schadet oder Schaden anrichten kann“, erklärte der Hausanwalt des Präsidenten und fügte hinzu: „Ich werde Mister Trump immer beschützen.“

Unbeantwortet bleibt die Frage, wofür Cohen gezahlt hat, wenn nicht für das Schweigen des Pornostars. Verdacht erwecken auch die öffentlichen Auftritte Cliffords seit Erscheinen der WSJ-Geschichte.

In einem Interview mit der „Inside Edition“ auf CBS wich sie der Frage aus, ob sie eine Affäre mit Trump hatte. Bei „Jimmy Kimmel Live“ zweifelte sie die Echtheit ihrer Unterschrift unter einer von Cohen präsentierten Erklärung an, in der sie das Verhältnis angeblich bestreitet.

„Stormy Daniels“ wirbt mit Trump-Affäre

Zielführender dürfte die Neontafel vor dem Strip-Club „The Trophy Club“ in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina sein, die am Jahrestag der Amtseinführung mit dem Auftritt „Stormy Daniels“ warb. „ER HAT SIE LIVE GESEHEN“, spielt der Club auf Trumps Affäre an – „SIE KÖNNEN ES AUCH“.

Für Cliffords neue Busen-Tour durch die USA hat sich ihr Promoter Chris Robertson auch etwas einfallen lassen, das nicht zur guten Stimmung am Valentinstag im Weißen Haus beigetragen haben dürfte. Der Werbe-Slogan für „Stormy Daniels“ neue Show lautet wahlweise „DER PORNOSTAR DER ALLE GE-TRUMP-FT HAT“ oder „DER 130.000 DOLLAR PORNOSTAR“.   

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